Wettanbieter mit deutscher Lizenz 2026: Wer auf der GGL-Whitelist steht – und was das kostet
Wer in Deutschland online Sportwetten abschließen will, kommt an einer Frage nicht vorbei: Steht der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)? Wer dort nicht verzeichnet ist, bietet in Deutschland ohne Erlaubnis an – und was das für Spielende bedeutet, ist kein Randthema, sondern der Ausgangspunkt jeder vernünftigen Auswahl. Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis kostet den Anbieter Aufwand und bringt dem Spielenden einen Rahmen, der anderswo fehlt: ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, eine Sperrdatei, eine Auszahlungspflicht. Sie bringt aber auch Einschränkungen, die man kennen sollte, bevor man ein Konto eröffnet.

Stand der Daten: 17. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Rechtslage und Erlaubnis: Was eine deutsche Lizenz tatsächlich bedeutet
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis ist keine Marketingplakette. Sie ist ein Verwaltungsakt nach § 9 Abs. 8 GlüStV, ausgesprochen von einer Behörde, die seit Juli 2021 für die Aufsicht zuständig ist: die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Erlaubnis deckt genau das ab, was dort beantragt wurde – in der Regel die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten über eine bestimmte Internetseite. Wer dort eine Erlaubnis hat, steht auf der amtlichen Whitelist. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis für Sportwetten.
Diese Trennung ist scharf, und sie hat Folgen. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist keine deutsche Erlaubnis. Sie mag in ihrem Herkunftsland gelten, in Deutschland ist sie nicht maßgeblich. Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt. Wer bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag spielt, tut dies außerhalb des deutschen Rechtsrahmens: ohne OASIS-Sperrsystem, ohne LUGAS-Limitdatei, ohne die Auszahlungsregeln des § 6b GlüStV, ohne den Insolvenzschutz der Spielervermögen. Das klingt abstrakt, ist im Ernstfall aber konkret – wer sein Geld nicht zurückbekommt, hat keinen deutschen Ansprechpartner, der das erzwingen könnte.
Die Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt (Az. I ZR 90/23, Tipico). Der Generalanwalt hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze erstatten müssen – sofern die Behörden die Lizenzpflicht nicht ausgesetzt haben. Das ist keine Garantie für den Einzelfall, aber ein Hinweis darauf, dass die Gerichte die Spielenden hier nicht im Regen stehen lassen.
Wer eine Erlaubnis bekommt – und wer nicht
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 für den stationären und den Internetvertrieb (hybrid) und 19 nur für den Internetvertrieb. 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Im September 2026 standen insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler auf der Whitelist, mit zusammen 229 erlaubten Glücksspielseiten über alle Spielarten. Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund gerichtlicher Verfahren erst im Oktober 2020 erteilt werden.
Die Erlaubnis wird für fünf Jahre ausgesprochen (§ 4c Abs. 1 GlüStV), die Whitelist zeigt aber nur das Ausstellungsdatum, kein Enddatum. Wer dort steht, ist erlaubt – bis die GGL die Erlaubnis widerruft oder ausläuft. Wer dort nicht steht, ist im deutschen Rechtssinn kein erlaubter Sportwettenanbieter. Einen „Duldungsstatus“ oder eine Übergangsfrist gibt es für nicht gelistete Anbieter nicht; was die GGL duldet, steht dort ebenfalls.
Erlaubnis ist nicht gleich Erlaubnis
Eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten deckt keine Slots, kein Online-Poker, keine Casinospiele. Wer beim Anbieter Sportwetten.de wettet, nutzt dessen Sportwetten-Erlaubnis. Wer auf admiralbets slots.admiralbet.de spielt, spielt unter einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele – einer anderen Erlaubnis, mit anderen Regeln, einem anderen Werberecht. Wer auf einer Plattform beides findet, hat in der Regel zwei Erlaubnisse nebeneinander. Für die Frage, ob ein Buchmacher Sportwetten legal in Deutschland anbieten darf, zählt nur die Erlaubnis für die jeweilige Sportwetten-Domain.
Das ist die Stelle, an der Werbung und Realität am weitesten auseinanderklaffen. Ein Anbieter, der mit „GGL-lizenziert“ wirbt, kann damit eine Casinoerlaubnis meinen, nicht die Sportwetten. Wer überprüfen will, ob der eigene Buchmacher eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hat, sucht auf der Whitelist gezielt nach der Domain, auf der gewettet wird – und nach dem Eintrag „Sportwetten“, nicht „virtuelle Automatenspiele“.
Was nicht erlaubt ist – auch auf einer erlaubten Plattform
Der GlüStV 2021 schränkt das Wettprogramm ein. Erlaubt sind Einzel- und Kombiwetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse während des Spiels (§ 21 Abs. 1). Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf den Endausgang sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten möglich, in denen solche Ereignisse selten sind – das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja; der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball: nein. Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind untersagt; in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Wetten auf regelwidriges Verhalten oder dessen Sanktionierung sind tabu. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
E-Sports gehört nach der GGL-Position nicht zum Sport im Sinne des Gesetzes. Eine zugelassene E-Sports-Wette gibt es auf keiner Whitelist-Seite. Wer auf Counter-Strike, League of Legends oder Dota 2 wetten will, findet dafür in der Regel keine deutsche Plattform – und wer eine findet, sollte besonders genau prüfen, ob das Angebot überhaupt unter die deutsche Erlaubnis fällt. Zu virtuellen Sportwetten (computeranimierte Events) hat die GGL keine abschließende Position veröffentlicht; hier ist Zurückhaltung die klügere Haltung.
Werbung, Bonus und das, was nicht im Gesetz steht
Werbung für Sportwetten ist nicht per se verboten. Der GlüStV enthält ein Werbeverbot für Sportwetten in der Zeit vor und während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, ein Verbot von Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern sowie ein Verbot von Affiliate-Vergütung, die am Umsatz, der Einzahlung oder dem Einsatz hängt (§ 5 Abs. 3, 6). Die 6:00-21:00-Sperre für Werbung gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casino – nicht für Sportwetten.
Der GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig begrenzt oder seine Bedingungen festlegt. Was ein Anbieter an Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist oder Höchstgewinn verlangt, steht allein in seinen Teilnahmebedingungen. Wer dort „100 % Bonus“ liest, hat noch keine Ahnung, was der Bonus kostet. Die entscheidenden Zahlen – Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist, maximale Auszahlung – stehen weiter hinten, in einer Sprache, die niemand liest, bis der Bonus nicht ausgezahlt werden kann.
Grundlagen: Was die Whitelist prüft und was nicht
Die Whitelist ist eine Datenbank, kein Werbeversprechen. Sie führt Domain, Inhaber, Erlaubnisart und Erlaubnisdatum. Wer dort eingetragen ist, hat eine Erlaubnis. Wer dort nicht eingetragen ist, hat in Deutschland keine Erlaubnis – egal, was auf der Startseite des Anbieters steht.

Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Der Grund: Inhaber stationärer Wettvermittlungsstellen zogen vor die Verwaltungsgerichte, weil das alte System sie benachteiligte. Die Verfahren endeten mit einem Vergleich, der die Erlaubnisvergabe ab Oktober 2020 möglich machte. Bis dahin hatte Deutschland de facto keinen regulierten Online-Sportwettenmarkt – was manche Spielerinnen und Spieler aus dieser Zeit noch wissen.
Heute ist die Whitelist die einzige verlässliche Quelle. Sie wird von der GGL selbst veröffentlicht und laufend aktualisiert. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon auch für Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Inhaber. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber eine .de-Domain allein beweist nichts, denn auch Anbieter ohne Erlaubnis nutzen .de-Adressen.
Was die Whitelist nicht zeigt
Sie zeigt kein Auszahlungsprofil, keine Quote, keinen Bonus, keinen Kundendienst. Sie zeigt nicht, ob der Anbieter im konkreten Monat tatsächlich aktiv ist. 27 der 32 Erlaubnisinhaber aus dem Jahr 2024 hatten ein „aktives Angebot“ – fünf waren formell erlaubt, aber ohne sichtbare Plattform. Die Whitelist ist eine Erlaubnisliste, kein Qualitätsurteil.
Sie zeigt auch keine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan. Solche Lizenzen gibt es, sie sind in ihrem Herkunftsland gültig, und sie sind in Deutschland kein Ersatz für die GGL-Erlaubnis. Wer mit „MGA-Lizenz“ oder „Curaçao-Lizenz“ wirbt, beantwortet nicht die Frage, ob er in Deutschland Sportwetten anbieten darf.
Wie die Prüfung in der Praxis funktioniert
Wer prüfen will, ob ein Buchmacher eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hat, geht auf die Whitelist-Seite der GGL und sucht den Domainnamen – nicht den Markennamen, denn hinter der Marke steht oft eine andere Firma. Für Tipico ist es die Tipico Co. Limited, für bet365 die Hillside (Europe) ENC, für bet3000 die I.B.C. Sportsbetting Limited. Der Domainname und die Erlaubnisart stehen in der Liste. Ist die Domain dort mit „Sportwetten“ verzeichnet und einem Ausstellungsdatum, ist der Anbieter erlaubt. Ist sie nicht dort, ist er es nicht.
Das klingt einfach, aber die meisten Spielenden tun es nicht. Sie verlassen sich auf den Footer der Anbieter-Website („lizenziert durch die GGL“) oder auf einen Werbebanner. Beide können irreführen. Ein Anbieter kann eine GGL-Erlaubnis für Casino haben und auf der Sportwetten-Seite eine Lizenz behaupten, die er für die Sportwetten-Domain gar nicht hat. Die einzige belastbare Antwort steht auf der Whitelist.
Was es kostet, eine Erlaubnis zu bekommen
Eine GGL-Erlaubnis ist nicht kostenlos und nicht ohne Aufwand. Antragsteller müssen ein vollständiges Sicherheitskonzept vorlegen, eine IT-Architektur, die OASIS und LUGAS anbindet, ein Sozialkonzept, ein Zahlungskonzept, das anonyme Zahlungsmittel ausschließt, und eine Insolvenzsicherung für die Spielervermögen. Die Behörde prüft, sie verlangt Nachweise, sie setzt Fristen. Das schreckt Bewerber ab, die kein sauberes Angebot vorlegen können – und es ist einer der Gründe, warum die Whitelist mit rund 30 Einträgen kleiner ist als der deutsche Markt sein könnte.
Diese Kosten sind nicht das Thema des Spielenden. Sie erklären aber, warum erlaubte Anbieter in Deutschland tendenziell größer und etablierter sind: Wer die Erlaubnis hat, hat sie sich verdient, wer sie nicht hat, hat einen Grund, sie nicht zu beantragen. Die Auswahl ist dadurch kleiner als im Ausland, aber belastbarer.
Spielerschutz und Kosten einer Lizenz: Was die Erlaubnis dem Spielenden bringt
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis bringt Spielenden drei Dinge, die kein Offshore-Anbieter bietet: ein Einzahlungslimit, das anbieterübergreifend gilt, ein Sperrsystem, das wirklich greift, und eine Auszahlungspflicht, die nicht von der Kulanz des Anbieters abhängt. Sie kostet aber auch: Beschränkungen im Wettprogramm, eine vollständige Identitätsprüfung und eine Zahlungsmittelauswahl, die anonymen Methoden einen Riegel vorschiebt.

Wer diese Kosten nicht kennt, ärgert sich später. Wer sie kennt, kann abwägen.
Das Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat, anbieterübergreifend
Seit dem 1. Juli 2022 gilt für alle Anbieter mit GGL-Erlaubnis ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €. Das ist kein Limit pro Anbieter – es ist ein Limit, das in der zentralen Limitdatei LUGAS für alle Anbieter zusammengezählt wird. Wer bei Anbieter A 600 € einzahlt, hat bei Anbieter B nur noch 400 € übrig. Wer das Limit erreicht, kann im Rest des Monats nirgendwo mehr einzahlen.
Die Grenze gilt nicht absolut. Ein Anbieter darf auf Antrag eine höhere Grenze festlegen, bis 10.000 €, wenn der Spielende seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist. Bis 30.000 € geht es nur für einen kleinen Kreis aktiver Spielender, höchstens ein Prozent. Der Antrag kostet Mühe: Selbstauskünfte genügen nicht, es braucht Einkommensnachweise. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das ist ein Schutz gegen impulsive Erhöhungen, den der GlüStV bewusst eingebaut hat.
Was 1.000 € im Monat bedeutet, hängt vom Spielverhalten ab. Für Gelegenheitsspielende, die einmal im Monat eine Bundesliga-Wette setzen, ist das hoch. Für Vielwettende mit kleinem Budget ist es eine echte Grenze. Für professionelle oder semi-professionelle Spielende ist es zu niedrig – und genau für diese Gruppe gibt es die Anhebung mit Nachweis.
Die Kanalisierungsquote: Wie viel Geld tatsächlich im erlaubten Markt landet
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen demnach auf unerlaubte Angebote. Das ist die Zahl für den gesamten Online-Glücksspielmarkt. Für den Sportwettenmarkt allein sieht es besser aus: Nach der Marktanalyse der GGL auf Basis von Steuerdaten des Bundesministeriums der Finanzen lag die Kanalisierungsquote im Sportwettenmarkt 2022 bei deutlich über 95 Prozent – illegale Anbieter hatten einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent. Der Sportwettenmarkt ist der am besten regulierte Teil des deutschen Glücksspielmarktes.
Diese Quoten sind nicht Selbstauskunft der Behörde. Die 77 % stammen aus einer von der GGL beauftragten Studie, die über 95 % aus einer Analyse tatsächlicher Steuerdaten. Sie messen nicht, wie viele Spielende beim erlaubten Anbieter spielen, sondern wie viel Geld dort landet. Eine Quote von 77 % klingt hoch, bedeutet aber: Ein Viertel des Geldes geht an Anbieter ohne Erlaubnis – Anbieter, die keinen Insolvenzschutz bieten, kein OASIS anbinden, im Streitfall nicht greifbar sind.
OASIS und LUGAS: Die Dateien, die alles zusammenhalten
OASIS ist die Spielersperrdatei. Jeder Anbieter mit GGL-Erlaubnis prüft bei Registrierung und bei jedem Login, ob der Spielende gesperrt ist. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich nirgendwo in Deutschland mehr anmelden – weder beim Buchmacher, noch im Casino, noch in der Spielhalle. Das ist der Punkt, an dem der deutsche Spielerschutz international einmalig ist.
LUGAS ist die Limitdatei. Jeder Anbieter meldet jede Einzahlung dorthin. Wer versucht, das 1.000-€-Limit zu umgehen, indem er bei drei Anbietern gleichzeitig einzahlt, fliegt auf. Die Aktivitätsdatei, ein zweiter Teil von LUGAS, verhindert paralleles Spielen auf mehreren Plattformen – wer auf einer Plattform spielt, ist auf anderen gesperrt, bis die Sitzung beendet ist.
Das System hat Lücken, aber es wirkt. Die Zahl der Untersagungsverfahren der GGL stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. 1.843 illegale Webseiten waren 2025 aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren nicht mehr aus Deutschland erreichbar. Das ist kein Erfolg, der die Aufgabe erledigt – es ist ein Erfolg, der zeigt, dass die Behörde die Aufgabe überhaupt hat.
Sportwettensteuer: 5,3 %, aber anders als sie klingt
Die Sportwettensteuer ist eine Sache der Finanzbehörden, nicht der GGL. Sie steht im Rennwett- und Lotteriegesetz (§§ 16-25 RennwLottG) und beträgt 5,3 % des Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Wer 100 € einzahlt und 5 € Steuer zahlt, hat einen Einsatz von 95 €. Wer 100 € Einsatz zahlt, zahlt 5,03 € Steuer. Der Unterschied ist klein, aber er entscheidet, ob eine Vergleichsrechnung stimmt.
Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Spielenden weitergibt, steht in seinen Geschäftsbedingungen. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche übernehmen sie selbst. Wer wissen will, was eine Wette wirklich kostet, liest die Steuerregelung im Footer der Wettseite – oder im Kleingedruckten der AGB.
Die Steuer gilt auch für unlizenzierte Anbieter. Wer bei einem Anbieter ohne GGL-Erlaubnis spielt und Sportwettensteuer zahlt, hat trotzdem keine legale Wette abgegeben. Steuerzahlung ist keine Lizenz.
Wer zahlt am Ende? Die Frage, die niemand beantworten kann
Die Frage, ob die Wettsteuer vom Spielenden getragen wird, ist betriebswirtschaftlich einfach zu beantworten: Sie wird in den Preis eingepreist. Die Quote, die ein Anbieter anbietet, ist eine Quote nach Steuer. Ein Buchmacher, der die Steuer übernimmt, hat eine um 5,3 % schlechtere Auszahlungsquote als einer, der sie durchreicht – und das schlägt sich in den Quoten nieder. Wer vergleicht, vergleicht Brutto- und Nettopreise, ohne es zu merken.
Was am Ende beim Spielenden ankommt, hängt vom Anbieter und seinem Quotenmodell ab. Wer darauf achten will, vergleicht die Quote eines deutschen Anbieters mit der eines ausländischen Anbieters auf dasselbe Ereignis – und sieht, dass der Unterschied ungefähr die Steuerquote hat. Das ist kein Zufall.
Die Kosten einer Lizenz für den Spielenden
Eine deutsche Lizenz kostet Spielenden mehr als den Anbieter:
- das 1.000-€-Limit, das für Vielspielende greift;
- die vollständige Identitätsprüfung vor der ersten Auszahlung;
- das Verbot anonymer Zahlungsmittel, das Krypto und Prepaid ausschließt;
- die eingeschränkten Live-Wetten, die das nächste Tor, aber nicht den nächsten Punkt erlauben;
- das parallele Spielverbot, das die Strategie der „Wette auf zwei Plattformen“ unmöglich macht.
Diese Kosten sind der Preis für ein System, das Spielende im Konfliktfall schützt. Wer sie nicht zahlen will, kann offshore spielen – und nimmt damit andere Risiken in Kauf.
Überblick und Vergleich: Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis
Die folgende Übersicht führt zehn Anbieter auf, die auf der GGL-Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis verzeichnet sind. Die Liste ist kein Ranking im strengen Sinn: Sie ist eine Momentaufnahme der zehn populärsten Domains, die auf der Whitelist stehen, mit den Daten, die dort verzeichnet sind – Inhaber, Erlaubnisart, Datum der Ersterlaubnis. Die Spalten sind nicht alle Felder, die ein Vergleich braucht; sie sind die Felder, die die Whitelist verbindlich führt.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status | Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Bet3000 | Sportwetten | I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) | 22.04.2026 |
| Winamax | Sportwetten | WINAMAX S.A. | 29.06.2021 |
| Tipico | Sportwetten | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Sportwetten | NetX Betting Limited, Birkirkara (Malta) | 19.11.2020 |
| LeoVegas | Sportwetten | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Sportwetten | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Sportwetten | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Betano | Sportwetten | Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan (Malta) | 19.02.2021 |
| NEO.bet | Sportwetten | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Was die Tabelle zeigt: Wer eine Erlaubnis hat und seit wann. Was sie nicht zeigt: Quote, Bonus, App, Kundendienst, Auszahlungsdauer. Wer eines dieser Felder vergleichen will, muss die Anbieter selbst prüfen. Die Whitelist ist kein Vergleichsportal – sie ist eine Erlaubnisliste, und das ist ihre einzige Aufgabe.
Die meisten Erlaubnisse wurden im Oktober 2020 erteilt, dem Zeitpunkt, an dem die gerichtlichen Verfahren eine Vergabe möglich machten. Winamax folgte im Juni 2021, Betano im Februar 2021. Bet3000 ist der späteste Neueintrag – die Ersterlaubnis datiert auf den 22. April 2026, womit der Anbieter zu den jüngsten zugelassenen Sportwetten-Domains gehört. Die Erlaubnis von LeoVegas datiert auf den 21. Oktober 2024 – ein Nachzügler im Markt, der aber mit einer etablierten Marke im Rücken antrat.
Was die Übersicht nicht leistet – und warum
Eine Whitelist-Abfrage beantwortet die Frage „Darf dieser Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten?“ mit ja oder nein. Sie beantwortet nicht die Frage „Ist dieser Anbieter gut?“. Die zweite Frage hängt von Quoten, Bonus, Live-Angebot, App, Auszahlungsdauer und Kundendienst ab – Feldern, die jede Woche schwanken und die kein Statustest abbilden kann.
Wer eine ernsthafte Auswahl treffen will, nimmt die Whitelist als Eingangsfilter und prüft dann das Angebot selbst. Wer eine ungeprüfte Seite spielt, hat nicht einmal die Eingangsfrage beantwortet.
Die zehn Buchmacher im Einzelbild
Die folgenden Abschnitte beschreiben die zehn Anbieter der Übersicht. Jeder Block führt die Lizenzdaten auf, die auf der Whitelist stehen, und ordnet den Anbieter knapp ein. Die Beschreibungen sind keine Empfehlungen – sie sind die Verbindung dessen, was die Whitelist verbindlich macht, mit dem, was die Branche über den Anbieter weiß.
Bet3000
Bet3000 gehört zu den jüngeren Einträgen auf der Whitelist: Die Ersterlaubnis datiert auf den 22. April 2026, der Inhaber ist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Bet3000 ist im deutschen Markt kein unbekannter Name – die Marke steht seit Jahren für stationäre Wettvermittlung, der Online-Auftritt kam später. Die späte Online-Erlaubnis passt zu dieser Geschichte.
Wer einen Anbieter mit stationärer Präsenz sucht und Online-Erlaubnis als Ergänzung schätzt, findet bei Bet3000 eine der wenigen Whitelist-Domains, die das hybridspricht: 13 der 32 Erlaubnisinhaber aus 2024 hatten sowohl stationären als auch Internetvertrieb. Bet3000 gehört zu dieser Gruppe.
Winamax
Winamax ist in Deutschland vor allem als Poker-Plattform bekannt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 29. Juni 2021 und wurde am 8. Dezember 2022 verlängert. Inhaber ist die WINAMAX S.A., eine französische Aktiengesellschaft. Die Marke Winamax ist im deutschen Markt für Sportwetten weniger sichtbar als für Poker – wer sie als Sportwetten-Anbieter entdeckt, bekommt ein Angebot, das auf den ersten Blick kleiner wirkt als das der etablierten Namen.
Für Spielende, die ohnehin bei Winamax Poker spielen, ist die Sportwetten-Erlaubnis ein Grund, dort zu bleiben. Für andere ist Winamax ein Nischenangebot – mit den Vor- und Nachteilen einer Nische.
Tipico
Tipico ist der Inbegriff des deutschen Sportwetten-Marktes: präsente Werbung, viele Filialen, eine bekannte App. Die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis auf den 9. Dezember 2022. Inhaber ist die Tipico Co. Limited.
Der Name Tipico fällt derzeit in einem zivilrechtlichen Verfahren auf, das für die Branche Bedeutung hat: Ein Kläger fordert mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück, der Bundesgerichtshof hat die Frage dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Das ist kein Urteil, kein Schuldspruch, kein Hinweis auf eine Rückzahlungspflicht – es ist ein laufendes Verfahren, das die Branche beobachtet. Für Spielende ändert sich dadurch nichts an der Frage, ob Tipico eine gültige Erlaubnis hat; die Erlaubnis steht auf der Whitelist, das Verfahren betrifft die zivilrechtliche Frage, was mit Verlusten aus Zeiten vor der Erlaubnis passiert.
Sportingbet
Sportingbet hat die Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis seit dem 21. Dezember 2022. Inhaber ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Die Marke Sportingbet gehört zu den älteren Namen im europäischen Online-Wettmarkt; in Deutschland ist sie weniger dominant als Tipico oder bet365, aber etabliert.
Wer einen Anbieter mit langer Historie und deutscher Erlaubnis sucht, findet Sportingbet auf der Whitelist.
Sportwetten.de
Hinter Sportwetten.de steht die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta – nicht der Domain-Name selbst. Die Erlaubnis datiert auf den 19. November 2020, eine Folgeerlaubnis auf den 16. Dezember 2022. Der Domain-Name klingt nach einer Auflistung, ist aber eine einzelne Marke; wer den Anbieter auf der Whitelist sucht, sucht die Domain, nicht den Markennamen.
Sportwetten.de gehört zu den Anbietern, die ihren Namen aus dem Suchverhalten der Spielenden gezogen haben – eine bewusste Wahl im Marketing. Die Erlaubnis steht, das Angebot ist reguliert.
LeoVegas
LeoVegas ist eine der späten Erlaubnisse: Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 21. Oktober 2024. Inhaber ist die LVSports Limited. Die Marke LeoVegas ist im Casino-Bereich etablierter als im Sportwetten-Bereich; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht bereits seit dem 27. Februar 2023.
Wer einen Anbieter sucht, der im Casino erfahren ist und nun auch Sportwetten unter deutscher Erlaubnis anbietet, findet LeoVegas auf der Liste. Für ein reines Sportwetten-Profil ist die Marke weniger selbstverständlich.
AdmiralBet
AdmiralBet gehört zu den frühen Erlaubnissen: Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnisse auf den 13. Dezember 2022 und den 29. Juli 2024. Inhaber ist die Greentube Betting Malta Limited. Die Marke Admiral ist im deutschsprachigen Raum vor allem aus Österreich bekannt – das Sportwetten-Angebot unter AdmiralBet führt diese Tradition in Deutschland fort.
AdmiralBet hat zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022 – ein zweiter Bereich unter derselben Dachmarke.
bet-at-home
bet-at-home hat die Erlaubnis seit dem 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis seit dem 22. Dezember 2022. Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Die Marke gehört zu den etablierten europäischen Online-Sportwetten-Anbietern; in Deutschland ist sie seit langem präsent.
Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28. Dezember 2022 – ein zweites Angebot unter der Marke.
Betano
Betano ist der Anbieter mit der jüngeren Geschichte in Deutschland: Die Ersterlaubnis datiert auf den 19. Februar 2021, eine Folgeerlaubnis auf den 16. Dezember 2022. Inhaber ist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta – ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan.
Betano gehört zu den Marken, die im europäischen Ausland etabliert waren und in Deutschland später die Erlaubnis beantragt haben. Wer die Marke aus dem Ausland kennt, findet sie unter deutscher Erlaubnis wieder.
NEO.bet
NEO.bet hat die Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis seit dem 22. Dezember 2022. Inhaber ist die Greenvest Betting Limited. Die Marke NEO.bet gehört zu den kleineren Namen auf der Whitelist – weniger bekannt als Tipico oder bet365, aber mit voller Erlaubnis.
Was die Anbieter kosten: Eine Rechnung am Beispiel des Standardlimits
Was kostet es, eine Wette auf einem GGL-erlaubten Anbieter zu platzieren? Diese Frage hat zwei Antworten: den Preis, den der Spielende zahlt, und den Preis, den das System trägt. Beide gehören zur Wahrheit über eine Lizenz.
Der Preis einer Wette: Was 1.000 € Einsatz auf einem Zwei-Wege-Markt kosten
Wer auf einem deutschen Anbieter 1.000 € auf ein Ereignis mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen setzt – etwa einen Tennis-Match, ein Basketball-Spiel –, findet dafür in der Regel Quoten um 1,90 auf beiden Seiten. Die Auszahlungsquote eines Marktes mit zwei Quoten von 1,90 ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 52,6 %. Der Buchmacher behält 100 % minus 52,6 % = 47,4 % als Marge. Das klingt hoch, ist aber für einen Zwei-Wege-Markt mit dieser Quote normal.
Die Rechnung in der anderen Richtung: Von 1.000 €, die auf den Markt gesetzt werden, zahlt der Buchmacher 526 € an die Gewinner zurück – auf welche Seite auch immer die Wette geht. Die übrigen 474 € behält er. Das ist der Preis, den jeder zahlende Spielende für die Möglichkeit zahlt, überhaupt wetten zu können.
Was das Standardlimit 1.000 € im Monat statistisch kostet
Das Standardlimit nach § 6c GlüStV liegt bei 1.000 € pro Monat. Wer diesen Betrag einmal auf einem Markt mit 47,4 % Marge setzt, zahlt im Erwartungswert 474 € an den Buchmacher. Wer denselben Betrag auf zehn kleineren Wetten verteilt, zahlt mehr – denn jede Wette hat eine eigene Marge, und die Auszahlungsquote eines Marktes sinkt mit jeder zusätzlichen Wette. Die Rechnung, die das System offenlegt, ist unabhängig von der Erlaubnis: Sie ist die Mathematik jedes Buchmachers, der erlaubten wie der unerlaubten.
Die Erlaubnis verändert nicht den Preis der Wette. Sie verändert, wer ihn trägt und welche Wege der Spielende hat, wenn etwas schiefgeht.
Warum die Lizenz trotzdem etwas kostet
Die Lizenz kostet auf einer anderen Ebene: Sie nimmt dem Spielenden einige Optionen, die er bei einem Offshore-Anbieter hätte. Wer 5.000 € im Monat setzen will, kann das auf einem erlaubten Anbieter nur mit Nachweis tun – oder gar nicht. Wer parallel auf zwei Plattformen spielen will, kann das nicht. Wer mit Krypto einzahlen will, kann das nicht. Wer auf das nächste Tor, den nächsten Punkt oder den nächsten Korb wetten will, kann das auf einer erlaubten Plattform nicht.
Diese Einschränkungen sind der Preis für den Schutz, den die Erlaubnis bietet: Insolvenzschutz der Spielervermögen, OASIS-Sperrsystem, Auszahlungspflicht innerhalb von fünf Werktagen nach Kontoschließung, vollständige Identitätsprüfung. Wer auf diesen Schutz verzichten will, kann offshore spielen – und nimmt damit das Risiko in Kauf, im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner zu haben.
Was eine Lizenz nicht garantiert
Eine Lizenz ist kein Qualitätsurteil. Sie garantiert nicht, dass die Quote wettbewerbsfähig ist. Sie garantiert nicht, dass der Bonus seine Bedingungen wert ist. Sie garantiert nicht, dass der Kundendienst freundlich antwortet. Sie garantiert nicht, dass die App stabil läuft. Sie garantiert: Der Anbieter hat eine Erlaubnis, die Spielenden haben die Schutzmechanismen, die der GlüStV vorsieht.
Alles andere muss der Spielende selbst prüfen.
Häufige Fragen zu Wettanbietern mit deutscher Lizenz
Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht die Whitelist auf ihrer Website. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hat, sucht dort nach der genauen Domain – nicht dem Markennamen –, auf der gewettet werden soll. Steht die Domain dort mit dem Eintrag „Sportwetten“ und einem Ausstellungsdatum, ist der Anbieter erlaubt. Steht sie nicht dort, fehlt die Erlaubnis. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die GGL-Erlaubnis nicht.
Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und das Sperrsystem OASIS?
Seit Juli 2022 gilt für alle Anbieter mit GGL-Erlaubnis ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €, das anbieterübergreifend über die Limitdatei LUGAS berechnet wird. Wer bei einem Anbieter 600 € einzahlt, hat bei einem anderen nur noch 400 € übrig. OASIS ist die Sperrdatei, die bei Registrierung und Login geprüft wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich auf keiner GGL-erlaubten Plattform mehr anmelden.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist eine Lizenz des jeweiligen Herkunftslandes. In Deutschland gilt für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten das GlüStV 2021. Die dort vorgesehene Erlaubnis wird ausschließlich von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ausgestellt und ist auf der amtlichen Whitelist verzeichnet. Eine Lizenz aus einem anderen Rechtsraum ist keine deutsche Erlaubnis; das Angebot gilt in Deutschland als unerlaubt. Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 17, 18 RennwLottG 5,3 % des Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“, was rund 5,03 % des gezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden. Ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, steht in seinen AGB. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche übernehmen sie. Wer wissen will, was eine Wette real kostet, liest die Steuerklausel im Footer der Wettseite.
Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten deckt ausschließlich Sportwetten ab. Slots, Online-Poker und Casinospiele erfordern eine eigene Erlaubnis, die separat beantragt und auf der Whitelist verzeichnet wird. Wer auf einer Plattform sowohl Sportwetten als auch Casino findet, hat dort zwei Erlaubnisse nebeneinander. Wer eine Sportwetten-Erlaubnis prüft, sucht auf der Whitelist gezielt nach dem Eintrag „Sportwetten“ für die Domain, auf der gewettet wird – nicht nach Casinoerlaubnissen der gleichen Marke.
Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?
Eine belastbare Bewertung beginnt mit der Lizenz: Wer keine deutsche Erlaubnis hat, fällt durch. Wer eine hat, wird auf Quote, Live-Angebot, App, Auszahlungsdauer, Kundendienst, Zahlungswege und Bonusbedingungen geprüft. Diese Felder schwanken wöchentlich, kein Vergleichsraster hält sie dauerhaft aktuell. Wer eine Auswahl trifft, prüft die Quote des Events, auf das er wetten will, im Wettschein des Anbieters, und liest die Bonusbedingungen, bevor er den Bonus annimmt. Die Lizenz ist die Eingangsfrage; alles andere ist Folgeprüfung.
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