Beste EM-Wettanbieter: Anbieter auf der GGL-Whitelist im Vergleich

Updated Oktober 2026
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Die Suche nach dem „besten EM-Wettanbieter“ führt in Deutschland an einer Bedingung an wenigen vorbei: Wer hier Wetten auf eine Fußball-Europameisterschaft platzieren will, muss einen Anbieter wählen, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Alles andere ist unerlaubtes Glücksspiel, und der Unterschied zwischen einem Whitelist-Anbieter und einem offshore registrierten Wettanbieter entscheidet, ob eine Wette im Zweifel vor einem deutschen Gericht Bestand hat oder ob die GGL Zahlungs- und Netzsperren verhängen darf.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine große Stadiontribüne im Abendlicht.
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Stand vom 17. Oktober 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Fassung vom 2. Oktober 2026.

Die Europameisterschaft 2026 ist ein Spielplan, der nicht existiert: 2026 fällt keine Endrunde aus. Die letzte war EURO 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 (Spanien schlug England im Finale in Berlin mit 2:1), die nächste folgt mit EURO 2028 vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Wer „EM 2026“ liest, hat es mit dem Veröffentlichungsjahr des Artikels zu tun, nicht mit einem sportlichen Kalender. Die Auslosung der EM-2028-Qualifikation ist am 6. Dezember 2026 in Belfast – wer jetzt Wetten abschließen will, kann sich an Wettmärkten zur Qualifikation orientieren oder die EM-2024-Ergebnisse als Referenz lesen.

Die Suche nach dem passenden Wettanbieter für die EM-Zeit beginnt bei der Frage nach Seriosität und Sicherheit. Whitelist-Anbieter garantieren einen regulierten Rahmen – was Bonus, Quoten und Wett-Tiefe betrifft, setzen sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte, die für eine fundierte Entscheidung wichtig sind.

Die Whitelist ist keine Marketing-Liste. Sie ist das Verzeichnis der Anbieter, denen die GGL eine Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV erteilt hat, in Deutschland Sportwetten zu vermitteln – auf einer .de-Domain, mit Anschluss an OASIS (die bundesweite Spielersperrdatei) und an LUGAS (die Limit- und Aktivitätsdatei). Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist, darf solche Wetten annehmen. Eine Malta-Lizenz, eine Curaçao-Lizenz oder eine Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Wirkung; die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Plattformen wie Platincasino gewarnt.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein Kugelschreiber liegen neben einem Smartphone mit dunklem Display auf einem Holztisch.
Die erste Fußball-Europameisterschaft fand 1960 statt; seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16.

Die zehn Anbieter im Überblick

In alphabetischer Reihenfolge, ohne Rangfolge, weil eine Rangfolge nur die Unterschiede zwischen Marken in eine Reihenfolge zwingt, die die Daten nicht hergeben:

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet Whitelist-Eintrag Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Bet-at-home Whitelist-Eintrag Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Betway Whitelist-Eintrag Betway Limited 09.03.2021
bpremium Whitelist-Eintrag Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
bwin Whitelist-Eintrag bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
NEO.bet Whitelist-Eintrag Greenvest Betting Limited 09.10.2020
ODDSET Whitelist-Eintrag ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
VBet Whitelist-Eintrag SCGO Limited 05.12.2023

Hinter jeder Marke steht eine andere Gesellschaft – mal eine GmbH mit Sitz in Deutschland, mal eine Limited auf Malta. Die Erlaubnis erteilt jeweils die GGL, auch wenn der Antrag über ein Regierungspräsidium (im Fall ODDSET das Regierungspräsidium Darmstadt) läuft. Eine Erstlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Whitelist weist nur das Datum der Erteilung aus, kein Enddatum. Wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch besteht, prüft die Whitelist selbst – sie ist die einzige Quelle, die zählt.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stift auf einem Schreibtisch im Licht einer kleinen Tischlampe.
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was die Whitelist-Eintragung konkret bedeutet

Wer auf der Whitelist steht, darf in Deutschland Sportwetten im Internet und (je nach Erlaubnisumfang) im stationären Vertrieb anbieten, mit Pflichtanschluss an OASIS und LUGAS. Damit verbunden sind konkrete Spielerschutzregeln: Volljährigkeit (ab 18), ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung, ein panikanbieterübergreifendes Einzahlungslimit von monatlich 1.000 €, parallelplay-Verbot, anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen. Die Spielerin oder der Spieler bekommt damit etwas, was Offshore nicht bietet: eine deutsche Aufsichtsbehörde, an die man sich bei Beschwerden wenden kann, und insolvenzgeschützte Spielergelder.

Was die Whitelist nicht verspricht: die „besten Quoten“, den „höchsten Bonus“ oder eine „sichere Wette“. Sie verspricht einen legalen Rahmen. Welche Wettmärkte ein Anbieter anbietet, wie hoch seine Quoten sind und wie sein Bonus konstruiert ist, steht in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen – und darin unterscheiden sich die zehn Anbieter dieses Vergleichs tatsächlich.

Verantwortungsvolles Spielen rund um die EM

Eine Europameisterschaft steht alle vier Jahre auf dem Programm. Das ist Werbe-Druck genug, dass auch jemand wettet, der es sonst nicht täte. Der Glücksspielstaatsvertrag setzt dem einige wenige, aber wirksame Schranken.

Altersgrenze und Verifizierung

Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zulassen – mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Danach ist die Kontoeröffnung mit voller Identitätsprüfung Pflicht (§ 6a). Wer das umgehen will, indem er ein zweites Konto bei einem anderen Anbieter eröffnet, verstößt gegen das Parallelplay-Verbot (§ 6h); die Aktivitätsdatei in LUGAS verhindert das technisch.

Einzahlungslimit und LUGAS

Das Standardlimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat, kumuliert über alle Anbieter hinweg – nicht 1.000 € pro Anbieter, sondern 1.000 € insgesamt (§ 6c Abs. 1). Wer mehr einzahlen will, muss dem Anbieter seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen; eine Selbsterklärung reicht nicht. Anbieter dürfen dann in Stufen höhere Limits vergeben – bis 30.000 € für höchstens 1 % ihrer aktiven Spielenden. Eine Limitabsenkung greift sofort, eine Limit­anhebung erst nach sieben Tagen.

Wer zur EM mehrere Anbieter parallel nutzt, kann also nicht „mehr“ einzahlen, indem er die Konten wechselt. Das Limit folgt dem Spieler, nicht dem Anbieter.

OASIS und Sperrdatei

Wer sich selbst aussperren will, lässt sich in OASIS eintragen. Eine Selbstsperre mit genannter Frist dauert mindestens drei Monate, ohne genannte Frist mindestens ein Jahr. OASIS wird bei Registrierung und Login geprüft; wer gesperrt ist, wird abgewiesen. Der Panikbutton im Spielerkonto löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus (§ 6i Abs. 3). Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen; dort existiert weder eine Sperrdatei noch ein Panikbutton.

Hilfsangebote

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt unter spielsucht-therapie.de und Check-dein-Spiel.de Informations- und Beratungsangebote für Spielende und Angehörige. Die Anbieter selbst verlinken diese Angebote direkt aus dem Spielerkonto – Pflicht seit Inkrafttreten des GlüStV 2021.

EM-Bonus und Gratiswetten – was die Werbung verschweigt

Ein Willkommensbonus ist Marketing. Er ist in der Regel so kalkuliert, dass der Anbieter im statistischen Mittel einen Gewinn macht, auch wenn der erste Eindruck ein Geschenk suggeriert. Wer einen Bonus annimmt, sollte drei Zahlen lesen können: den Bonusbetrag, den Umsatzfaktor und die Mindestquote.

Wie ein Sportwetten-Bonus üblicherweise aufgebaut ist

Die meisten EM-Bonusangebote folgen einem von drei Mustern:

Die Wettsteuer als versteckter Faktor

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf den um die Steuer selbst verminderten Einsatz (§§ 17, 18 RennwLottG), das entspricht etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter abgeführt, nicht vom Spielenden. Wie ein Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung: Der eine zieht sie direkt vom Einsatz ab (Einsatz 100 €, effektiv nur 94,70 €), der andere übernimmt sie komplett, der dritte verlagert sie auf den Gewinn. Winamax bewirbt im Footer seiner Website eine 0 %-Wettsteuer; die Bedingung steht in den AGB. Die Höhe der Wettsteuer ist immer dieselbe, die Frage ist nur, wer sie trägt.

Warum eine „100 %-Bonus“-Aktion selten hält, was sie verspricht

Eine 100-%-Bonus-Aktion mit zehnfachem Umsatz zu Mindestquote 1,80 bedeutet: Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonus erhält, muss 1.000 € an Wetten platzieren, jede zu einer Quote von mindestens 1,80, bevor der Bonus und die damit erzielten Gewinne ausgezahlt werden. Bei einer angenommenen Marge von 5 % im 1X2-Markt kostet das den Spielenden im statistischen Mittel 50 € – die Hälfte des Bonus ist also bereits durch die Marge weg, bevor ein Glücksfaktor ins Spiel kommt. Gratiswetten lohnen sich nur, wenn die Quote hoch genug ist, damit der Nettogewinn die Marge übersteigt.

Mobile Wett-Apps für die EM

Eine Europameisterschaft wird am Bildschirm verfolgt – und am Smartphone gewettet. Die zehn Whitelist-Anbieter bieten jeweils eine App für iOS und Android an, mit nativer Anmeldung, Einzahlung, Wettabgabe und Live-Tickern. Funktionsumfang und Reifegrad unterscheiden sich.

Was eine EM-Wett-App leisten sollte

Zur Grundausstattung gehört: ein Wettschein mit Anzeige des möglichen Gewinns, Live-Ticker oder Livestream für laufende Spiele, Cash-Out-Schaltfläche unter „Meine Wetten“, Push-Benachrichtigungen für Tore und Ergebnisse, sowie biometrische Anmeldung per Face ID oder Fingerabdruck. Wer die App nur für Pre-Match-Wetten nutzt, kommt mit fast jeder App zurecht. Wer parallel zum Spiel Live-Wetten platzieren will, sollte vorher mit kleinen Einsätzen testen, wie schnell die App Quote-updates verarbeitet – zwei Sekunden Verzögerung können bei In-Play-Märkten den Unterschied zwischen Quote 2,40 und Quote 2,10 ausmachen.

App versus Browser

Der Browser steht jeder zur Verfügung, die App verlangt Speicherplatz und ein zweites Login. Wer das Konto vor allem am heimischen Rechner nutzt, braucht keine App. Wer das Smartphone nutzt, um während des Spiels in der Halbzeitpause eine Wette zu platzieren, kommt um eine App kaum herum. Die Whitelist-Pflicht besteht in beiden Fällen gleichermaßen; die App ist nur ein weiterer Zugang zum lizenzierten Angebot.

Live-Wetten und Cash Out bei der EM

Live-Wetten auf EM-Spiele sind erlaubt – aber nicht auf alles. Der Glücksspielstaatsvertrag nennt in § 21 Abs. 4 die zulässigen Wetten während eines laufenden Spiels: das Endergebnis, das nächste Tor, der nächste Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor beim Fußball: erlaubt. Nächster Punkt beim Tennis: nicht erlaubt, weil Punkte zu häufig fallen. Nächster Korb beim Basketball: nicht erlaubt. Wer bei einem Anbieter dennoch einen Markt sieht, der dort nicht hingehört, sollte vorsichtig sein.

Cash Out als Angebot des Anbieters

Cash Out ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Funktion, die der Anbieter anbietet. Sie erlaubt es, eine laufende Wette vor dem Ende des Spiels zu einem vom Anbieter berechneten Wert „zurückzukaufen“. Das hat zwei praktische Seiten.

Wer mit dem Spielverlauf zufrieden ist, kann einen Teilgewinn mitnehmen, bevor das Spiel kippt. Wer eine Wette verloren sieht, kann den Verlust begrenzen. Der Anbieter kalkuliert den Cash-Out-Wert so, dass er im Mittel für ihn profitabel ist; für den Spielenden ist Cash Out eine Versicherung gegen Spätschwankungen, aber keine kostenlose. Bei Betway erscheint das grüne Cash-Out-Symbol direkt unter „Meine Wetten“ – mit Anzeige des aktuellen Werts und Wahl zwischen vollständiger und teilweiser Auszahlung.

Was Cash Out nicht ist

Cash Out ist kein Cash-Gewinn. Wer 100 € zu Quote 3,00 setzt und nach 60 Minuten mit Cash Out 180 € mitnimmt, hat 80 € Gewinn realisiert – nicht mehr. Wer mit Cash Out den Verlust begrenzt, gibt einen Teil seines Einsatzes zurück, behält aber den anderen Teil als Verlust. Die Werbung suggeriert manchmal, Cash Out sei „immer sinnvoll“. Das ist es nur, wenn die alternative Quote bei einem anderen Anbieter oder das Risiko eines späten Gegentors den Cash-Out-Wert übersteigt.

Welche Live-Wetten erlaubt sind

Zusammengefasst: bei einem laufenden Fußballspiel während der EM darf auf das Endergebnis, das nächste Tor und ähnliche seltene Ereignisse gewettet werden. Nicht erlaubt sind Wetten auf die nächste Ecke, den nächsten Einwurf, den nächsten Einwurf einer Mannschaft oder den nächsten Freistoß – solche Mikro-Märkte sind Manipulationen zu leicht zugänglich und vom GGL-Regelwerk ausgeschlossen.

Prognosen, Wett-Tipps und die Grenzen jeder Vorhersage

Wer nach „EM-Wett-Tipps“ sucht, findet Webseiten voller Vorhersagen. Die Wahrheit ist nüchtern: Niemand kann das Ergebnis eines Fußballspiels sicher vorhersagen, und jede Wettquote drückt eine Wahrscheinlichkeit aus, kein Versprechen.

Wie eine Wettprognose entsteht

Eine seriöse Prognose kombiniert vier Bausteine: aktuelle Form der Mannschaft (letzte fünf Spiele, Verletzungen), historische Statistik (Direktvergleich, Turnierhistorie), taktische Analyse (Formation, Spielweise) und das Quotenumfeld (wie schätzt der Markt die Chancen ein). Keiner dieser Bausteine ist entscheidend; das Zusammenspiel macht die Prognose aus. Wer für die EM 2028 prognostiziert, weiß im Oktober 2026 nur, wer überhaupt dabei sein wird – die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist erst am 6. Dezember 2026 in Belfast. Jede „Prognose“ für 2028 vor diesem Datum ist Spekulation.

Warum eine Quote keine sichere Vorhersage ist

Eine Quote von 4,00 für einen Außenseiter bedeutet: Der Markt schätzt seine Siegwahrscheinlichkeit auf etwa 25 % – genauer: 1 ÷ 4,00 = 25 %, abzüglich der Marge. Wer „Quote 4,00“ liest, liest nicht „4-fache Sicherheit“, sondern „4-fache Auszahlung bei einem Ereignis, das mit etwa 25 % Wahrscheinlichkeit eintritt“. Über 100 solcher Wetten verliert der Spielende trotz der hohen Quoten im statistischen Mittel Geld, weil die Marge des Buchmachers in jeder einzelnen Quote steckt.

Der Umgang mit dem Wettbudget

Wer Geld auf eine EM-Wette setzt, sollte nur Geld setzen, dessen Verlust verschmerzbar ist. Drei Grundregeln, die in keiner Quoten-Tabelle stehen: nie mehr als 1-2 % des Wettbudgets pro Einzelwette, nie Verlusten hinterherlaufen („Chasing“), nie unter Alkohol- oder Emotionseinfluss wetten. Der Glücksspielstaatsvertrag setzt mit dem 1.000-€-Monatslimit einen harten Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens liegt die Disziplin beim Spielenden.

Warum niemand den Sieger kennt

Bei der EM 2024 traf Spanien im Finale auf England. Vor dem Turnier lag Spanien bei vielen Buchmachern nicht auf Platz eins der Siegerquoten – England, Frankreich und die gastgebende Auswahl gehörten zu den Favoriten. Wer vor dem Turnier auf Spanien gesetzt hätte, hätte zwar richtig gelegen, aber gegen die Quote, die der Markt damals bot. „Sichere“ Siegerwetten gibt es nicht; es gibt nur Quoten, die ein realistisches Chancenverhältnis ausdrücken.

Wettquoten und Wettarten bei der EM

Die Wettquote ist der eine Wert, der in jeder Wette steckt. Sie ist gleichzeitig Auszahlungsschlüssel und Marge – zwei Seiten derselben Medaille.

Die Quote und der Auszahlungsschlüssel

Eine faire Wettquote wäre der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit: Ereignis mit 50 % Wahrscheinlichkeit = Quote 2,00. In der Realität ist die Quote niedriger, weil der Anbieter eine Marge einpreist. Der Auszahlungsschlüssel (Quotenschlüssel) ist die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes:

Beispiel 1X2-Markt, Heimsieg Quote 2,10, Unentschieden 3,40, Auswärtssieg 3,60: 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 = 0,476 + 0,294 + 0,278 = 1,048. Der Auszahlungsschlüssel ist 1 ÷ 1,048 ≈ 95,4 %, die Marge 100 % − 95,4 % = 4,6 %. Über alle Einsätze dieses Marktes behält der Anbieter etwa 4,6 Cent pro 1 € Umsatz.

Eine Marge von 4-5 % im 1X2-Markt ist üblich. Bei Kombiwetten und exotischen Märkten (Torschützenkönig, Halbzeit/Endstand) liegt die Marge höher. Wer Wetten vergleicht, vergleicht entweder die Quoten für ein einzelnes Ereignis oder den durchschnittlichen Auszahlungsschlüssel eines Marktes über mehrere Anbieter.

Wettarten im Überblick

Langzeit- und Sonderwetten zur EM

Neben den 1X2-Märkten bieten die Anbieter Märkte wie Turniersieger (vor und während des Turniers), Torschützenkönig, Gruppensieger, Erreichen des Halbfinals oder Achtelfinals. Diese Märkte haben in der Regel eine höhere Marge als 1X2. Bei einem 24-Teams-Turnier ist die Siegerwette auf einen Außenseiter mit Quote 50 oder höher quotiert – aber die Wahrscheinlichkeit liegt real unter 2 %.

Die Europameisterschaft als Wettanlass

Wer auf die EM wetten will, sollte den Spielplan kennen. Die letzte Endrunde (EM 2024) und die nächste (EM 2028) geben den Rahmen vor.

EM 2024 in Deutschland

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt, mit 24 Mannschaften in sechs Vierergruppen und insgesamt 51 Spielen. Im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel. Sechs Spieler erzielten je drei Tore (Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo, Ivan Schranz); die Gesamtzuschauerzahl betrug 2.681.288.

EM 2028 in Großbritannien und Irland

Die Fußball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 statt, in England, Schottland, Wales und Irland. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Gespielt werden sechs Vierergruppen, gefolgt von Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli) und Finale. Ein Spiel um Platz drei findet nicht statt.

Qualifikation zur EM 2028

Die Qualifikation wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams ausgetragen. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast – dies ist der erste konkrete Termin, an dem Buchmacher Quoten für die EM 2028 anbieten können. Bis dahin sind nur sehr breite Langzeitmärkte (Turniersieger, Gruppensieger einiger weniger Top-Nationen) quotierbar.

Historisches zur EM

Die erste Fußball-Europameisterschaft fand 1960 statt. Von 1996 bis 2012 spielten 16 Mannschaften, seit 2016 sind es 24. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln; Deutschland gewann drei (1972, 1980, 1996). Rekordtorschütze der EM-Geschichte ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Veranstalter ist die UEFA, das Turnier findet alle vier Jahre statt.

Vergleich: Die zehn EM-Wettanbieter im Detail

Hier kommen die zehn Anbieter einzeln zur Sprache. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Wertung. Was eine Marke vom Rest unterscheidet, steht in jedem Block – und der Blick entscheidet, ob der Anbieter zum eigenen Wettverhalten passt.

AdmiralBet

AdmiralBet wird auf der GGL-Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. AdmiralBet gehört zur Greentube-Gruppe, die wiederum Teil des österreichischen Novomatic-Konzerns ist. Im Wettprogramm finden sich Fußball, Tennis, Basketball und weitere Sportarten; das Live-Angebot deckt die nach GlüStV erlaubten Märkte ab. AdmiralBet positioniert sich im Mittelfeld der Quotenlage; besondere Stärke zeigt die Marke im Bereich der Slots-Erlaubnis, die auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022 besteht. Für EM-Wetten ist AdmiralBet ein solider Whitelist-Anbieter ohne besondere Spezialisierung.

Bet-at-home

Bet-at-home wird auf der GGL-Whitelist von der Bet-at-home.com Internet Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 2. November 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Bet-at-home ist eine Marke mit langer Tradition im deutschsprachigen Raum, mit Sitz in Malta. Das Wettprogramm deckt die gängigen Sportarten ab, die Quoten liegen eher im durchschnittlichen Bereich. Für EM-Wetten ist Bet-at-home ein Anbieter ohne Extras, aber mit verlässlicher Whitelist-Erlaubnis.

Betway

Betway wird auf der GGL-Whitelist von der Betway Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 9. März 2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Betway ist eine international bekannte Marke mit starkem Fokus auf Live-Wetten und Wett-Konfigurator. Cash Out erscheint in der App unter „Meine Wetten“ mit einem grünen Symbol; angeboten werden vollständige und teilweise Auszahlungen. Zusätzlich bietet Betway einen Wettkonfigurator (Konfigurator+), der Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer Kombiwette verknüpft. Für EM-Wetten, besonders Live-Wetten mit Konfigurator, ist Betway unter den zehn Whitelist-Anbietern dieses Vergleichs die wohl stärkste Wahl – vorausgesetzt, der Konfigurator wird vor dem ersten großen Spiel in der Praxis getestet.

bpremium

bpremium ist auf der GGL-Whitelist verzeichnet; die Sportwetten-Erlaubnis wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited gehalten (seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022). Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt (Nutzungsbedingungen, Fassung vom 3. April 2023). bpremium ist eine Marke der Entain-Gruppe, die hinter Ladbrokes und bwin steht. Im Vergleich zu bwin ist das Wettprogramm von bpremium schlanker, die Marke spricht eher Gelegenheitswetter an. Für EM-Wetten ist bpremium ein Whitelist-Anbieter mit solidem Standardangebot.

bwin

bwin ist ein auf der GGL-Whitelist eingetragener Anbieter; die Sportwetten-Erlaubnis wird von der bwin (Deutschland) Limited gehalten (seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022). bwin ist eine der bekanntesten Sportwetten-Marken in Europa und gehört zur Entain-Gruppe (gemeinsam mit Ladbrokes/bpremium). Das Wettprogramm ist umfangreich, mit Live-Wetten, Kombiwetten und Sonderwetten zu großen Turnieren. Quoten liegen im vorderen Mittelfeld. Für EM-Wetten ist bwin unter den Whitelist-Anbietern derjenige mit dem breitesten Marktauftritt – Fußballturniere sind die Kernkompetenz.

MERKUR BETS

MERKUR BETS wird auf der GGL-Whitelist von der Merkur Bets Malta Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 6. November 2023. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in St. Julian’s, Malta. MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe, einem deutschen Traditionsunternehmen der Spielautomaten-Branche. Im Wettprogramm liegt der Schwerpunkt auf Fußball und Tennis; das Angebot ist schmaler als bei bwin oder Betway, aber übersichtlich. Für EM-Wetten ist MERKUR BETS ein Whitelist-Anbieter aus dem stationären Wettgeschäft, der sich für Spielende eignet, die einen deutschen Mutterkonzern schätzen.

NEO.bet

NEO.bet ist ebenfalls als Whitelist-Anbieter gelistet, die Lizenz (Sportwetten) wird durch die Greenvest Betting Limited geführt (seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022). NEO.bet positioniert sich im deutschen Markt als Anbieter mit Fokus auf Quoten und Kombiwetten. Das Wettprogramm deckt die Standard-Sportarten ab. Für EM-Wetten ist NEO.bet ein Whitelist-Anbieter mit überschaubarem Angebot – nicht der größte Name, aber mit regulärer Erlaubnis.

ODDSET

ODDSET wird auf der GGL-Whitelist von der ODDSET Sportwetten GmbH geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 18. November 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 erteilt. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle (Saale). ODDSET ist die einzige Marke in diesem Vergleich, hinter der eine deutsche GmbH steht – die anderen neun sind Limited-Gesellschaften mit Sitz in Malta. ODDSET gehört zur Lotto-Toto-Gruppe und ist traditionell eng mit dem deutschen Annahmestellen-Netz verbunden. Für EM-Wetten ist ODDSET ein Whitelist-Anbieter mit deutschem Hintergrund und stationärem Vertrieb.

Sportingbet

Sportingbet wird auf der GGL-Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Sportingbet bietet im Wettprogramm einen Konfigurator+ sowie Live-Wetten an; das Sportangebot umfasst Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Für EM-Wetten ist Sportingbet ein Whitelist-Anbieter mit vergleichsweise breitem Sportangebot und Konfigurator-Funktion – eine solide Wahl, besonders wenn neben Fußball auch andere Sportarten im Wettprogramm stehen sollen.

VBet

VBet wird auf der GGL-Whitelist von der SCGO Limited geführt; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 5. Dezember 2023. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in St. Julian’s, Malta. VBet gehört zur VBET-Gruppe, die international Fußball-Wetten als Kerngeschäft betreibt. Das Wettprogramm ist fußballlastig, mit Sonderwetten zu großen Turnieren. Für EM-Wetten ist VBet ein Whitelist-Anbieter mit internationaler Fußballkompetenz – wer auf europäische Ligen und Turniere setzt, findet hier ein breites Angebot.

Der Markt im Überblick: Whitelist, Wettsteuer und Spielerschutz

Wer in Deutschland eine EM-Wette platziert, bewegt sich in einem Markt, der sich seit 2021 grundlegend verändert hat. Drei Strukturen bestimmen, welche Wetten möglich sind und welche nicht.

Die Whitelist als Zulassung

Die Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV) führt 30 Einträge mit Stand 2. Oktober 2026: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis, sowie drei nur für Pferdewetten. Jeder Eintrag nennt die Domain und die Inhabergesellschaft. Eine Whitelist-Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt; die Whitelist weist nur das Datum der Erteilung aus, kein Enddatum.

Die Wettsteuer als Kostenfaktor

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf den um die Steuer selbst verminderten Einsatz – das sind etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter abgeführt, nicht vom Spielenden. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist Verhandlungssache zwischen Anbieter und Spielendem – meist senkt sie entweder den Einsatz oder den Gewinn um wenige Prozent. Bei Winamax ist im Footer der Website eine 0 %-Wettsteuer beworben; das bedeutet, dass der Anbieter die Steuer übernimmt, nicht dass sie nicht anfällt.

Spielerschutz als Pflichtrahmen

Volljährigkeit, ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung, monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €, OASIS-Sperrdatei, Parallelplay-Verbot, Panikbutton: All das ist nicht verhandelbar. Wer einen Whitelist-Anbieter nutzt, akzeptiert diesen Rahmen. Wer ihn umgehen will, muss zu einem Offshore-Anbieter wechseln – und verliert damit den gesetzlichen Schutz, den die deutsche Aufsicht bietet.

Wettangebote und Buchmacherbegriffe

Wer zum ersten Mal einen Wettschein ausfüllt, sieht Begriffe, die in keinem Wörterbuch stehen. Hier die wichtigsten im Überblick.

Wettanbieter, Veranstalter, Buchmacher

„Wettanbieter“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung. Im GlüStV heißt es korrekt „Veranstalter von Sportwetten“. „Buchmacher“ ist im engeren Sinn der Pferdewetten-Veranstalter nach § 2 RennwLottG; umgangssprachlich wird es für jeden Sportwetten-Anbieter verwendet.

Quote, Auszahlungsschlüssel, Marge

Die Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz multipliziert wird. Der Auszahlungsschlüssel ist die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes – je näher an 100 %, desto fairer. Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsschlüssel – das, was der Anbieter im statistischen Mittel behält.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Einzelwette: eine Wette. Kombiwette: mehrere Wetten multipliziert. Systemwette: Kombinationen aus einem Pool von Tipps, mit Gewinnauszahlung auch bei einem falschen Tipp.

Livewette, Cash Out, Wettschein

Livewette: Wette während eines laufenden Spiels. Cash Out: vorzeitige Auszahlung einer laufenden Wette durch den Anbieter. Wettschein: die Anzeige der platzierten Wetten im Spielerkonto.

Wettbonus, Gratiswette, Umsatzbedingungen

Wettbonus: zusätzliches Guthaben, das an Umsatzbedingungen geknüpft ist. Gratiswette: eine Wette, deren Einsatz im Erfolgsfall nicht ausgezahlt wird. Umsatzbedingungen: Vorgaben, wie oft ein Bonus umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist.

OASIS, LUGAS, Einzahlungslimit

OASIS: die bundesweite Spielersperrdatei. LUGAS: das Limit- und Aktivitätsdatei-System der GGL. Einzahlungslimit: das monatliche Maximum, das bei 1.000 € liegt (Standard).

Rechtliche Lage in Deutschland

Deutschland reguliert Sportwetten seit 2021 neu. Wer eine EM-Wette platziert, sollte verstehen, in welchem Rahmen das geschieht.

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in der Fassung des Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrags. Die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Die GGL erteilt die bundesweiten Erlaubnisse nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht die Anbieter nach § 28a.

Was erlaubt ist und was nicht

Festquoten-Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sind erlaubt, einzeln oder in Kombination (§ 21 Abs. 1). Welche Wetten ein Anbieter anbieten darf, steht in seinem von der GGL genehmigten Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten nur auf Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare seltene Komponente (§ 21 Abs. 4).

Verboten sind Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateur), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

Esports und virtuelle Sportwetten

Die GGL hat klargestellt, dass Wetten auf Esports in Deutschland nicht möglich sind – Esports ist kein anerkannter Sport. Lizenzierte Esports-Wetten existieren in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportwetten macht die GGL keine Aussage; hier ist die Lage ungeklärt.

Werbung und Bonus

Werbung für Glücksspiel ist nur Inhabern einer Erlaubnis erlaubt (§ 5 Abs. 7). Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Das Werbeverbot zwischen 6:00 und 21:00 Uhr betrifft Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht Sportwetten. Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig begrenzt; Bonus, Umsatz und Mindestquoten kommen aus den AGB des Anbieters.

Offshore-Anbieter und deutsche Gerichte

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die in Deutschland Sportwetten anbieten, betreiben unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Die GGL kann Verbotsverfügungen, Zahlungssperren und Netzsperren verhängen (§ 9). Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt; der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit dem entgegensteht. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten – mit Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen; eine Rückzahlung ist niemandem versprochen.

Strafrechtliche Lage

Die Veranstaltung unerlaubter Sportwetten ist nach § 284 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubten Sportwetten kann nach § 285 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden. Strafverfahren gegen einzelne Spielende sind nicht bekannt – weder ein Freibrief noch eine Drohung, die zu dramatisieren wäre.

Häufige Fragen

In Deutschland dürfen nur Wettanbieter mit Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Sportwetten auf die Fußball-Europameisterschaft anbieten. Diese Anbieter sind auf der offiziellen Whitelist der GGL verzeichnet – Stand 2. Oktober 2026 mit 27 Inhabern einer Sportwetten-Erlaubnis. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung, der Anbieter ist dann nicht zugelassen.

Wie lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt?

Die Whitelist ist auf der Website der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht. Sie führt für jeden Eintrag die Domain und die Inhabergesellschaft auf – etwa „Bet365.de“ mit Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta. Wer einen Anbieter prüfen will, sucht dort die Domain. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis; nur der Listeneintrag zählt.

Findet 2026 eine EM statt, und wann waren die letzte und die nächste Endrunde?

Eine Fußball-Europameisterschaft 2026 findet nicht statt – die Jahreszahl im Suchbegriff ist das Veröffentlichungsjahr dieses Artikels, nicht ein Turnierjahr. Die letzte Endrunde war EURO 2024 vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland, die nächste ist EURO 2028 vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Die Auslosung der EM-2028-Qualifikation ist am 6. Dezember 2026 in Belfast.

Wie hoch ist das monatliche Einzahlungslimit, und ist es anbieterübergreifend?

Das Standardlimit liegt nach § 6c Abs. 1 GlüStV bei 1.000 € pro Kalendermonat, kumuliert über alle Anbieter hinweg, nicht 1.000 € pro Anbieter. Die Limitdatei LUGAS setzt das technisch durch. Eine Anhebung ist nur gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich, eine Absenkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Anbieter dürfen für nachweispflichtige Einzelfälle höhere Limits vergeben – bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spielenden.

Wie berechnet sich die Auszahlung einer EM-Wette aus Einsatz und Quote, und wie wirkt die Wettsteuer?

Die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Beispiel: 100 € Einsatz zu Quote 2,50 ergeben 250 € Rückzahlung, 150 € Nettogewinn. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf den um die Steuer verminderten Einsatz (etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags) und wird vom Anbieter abgeführt. Wie sie an den Spielenden weitergegeben wird – ob vom Einsatz oder vom Gewinn abgezogen – steht in den AGB des Anbieters. Winamax bewirbt es 0 % Wettsteuer, übernimmt sie also; andere Anbieter ziehen sie direkt ab.

Warum kann keine Quote den Turniersieger sicher vorhersagen, und was sagt sie über die Chancen aus?

Eine Wettquote drückt eine geschätzte Wahrscheinlichkeit aus – nicht eine Sicherheit. Quote 4,00 für einen Außenseiter bedeutet: Der Markt schätzt die Siegchance auf etwa 25 %. Wer „100 Wetten zu Quote 4,00“ abschließt, gewinnt statistisch 25 davon, verliert 75. Über 100 Wetten verliert der Spielende trotz der hohen Auszahlung im Mittel Geld, weil die Marge des Anbieters in jeder einzelnen Quote steckt. „Sichere“ Siegerwetten gibt es nicht, nur Quoten, die das Risiko fairer einschätzen als der Bauch.

Inhalt erstellt vom Team «laenderspielwetten.com»