Wettanbieter ohne Anmeldung: Was nach dem GlüStV erlaubt ist und was nicht

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland eine Sportwette platzieren will, kommt an einer Anmeldung nicht vorbei. Das ist kein Marketing­versprechen, das einzelne Anbieter brechen, sondern eine Folge des Staatsvertrands zum Glücksspielwesen (GlüStV 2021). Jeder Anbieter mit einer deutschen Erlaubnis muss Spielende registrieren, identifizieren und die Daten gegen die Sperrdatei OASIS abgleichen, bevor uneingeschränkt gewettet werden darf. Werbung, die das Gegenteil suggeriert, spielt mit einer Lücke, die in der Praxis keine ist.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stift auf einer hölzernen Theke, weiches Licht fällt von der Seite ein.
Bei Winamax wird zum Abschluss der Registrierung die Identität über SCHUFA-IBAN-Methode, Verimi oder Checkout geprüft; die Registrierung muss innerhalb von 72 Stunden abgeschlossen werden.

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Rechtslage: Warum es ohne Anmeldung in Deutschland keinen legalen Weg gibt

In Deutschland regelt der GlüStV 2021, wer Sportwetten im Internet anbieten darf. Die Erlaubnis vergibt seit dem 1. Juli 2021 die GGL in Halle (Saale); wer eine solche Erlaubnis hat, steht auf der offiziellen Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Diese Liste ist das einzige Mittel, mit dem sich prüfen lässt, ob ein Anbieter in Deutschland legal Sportwetten vermittelt. Die Liste wird monatlich aktualisiert; der Stand vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge auf – 27 Inhaber einer Sportwetten­erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten­veranstalter.

Ein Fußball liegt auf dem Rasen eines leeren Platzes, im Hintergrund ein Stadion unter Flutlicht in der Abenddämmerung.
Bis zum Abschluss der Registrierung bei Winamax beträgt das Einzahlungslimit 100 €, Auszahlungen sind in dieser Zeit nicht möglich.

Die Erlaubnis ist an konkrete Pflichten geknüpft, die sich nicht abwählen lassen:

Was als „ohne Anmeldung“ beworben wird, hat damit im Grunde zwei Bedeutungen: Entweder meint es eine Anmeldung, die noch nicht abgeschlossen ist – bei lizenzierten Anbietern das „vorläufige Spiel“ mit starken Einschränkungen. Oder es meint Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, deren Spielfeld außerhalb des GlüStV liegt.

Was das „vorläufige Spiel“ bei lizenzierten Anbietern bedeutet

Mehrere GGL-lizenzierte Buchmacher sehen in ihren AGB eine Übergangsphase vor, in der zwar ein Konto eröffnet, die Verifizierung aber noch nicht abgeschlossen ist. In dieser Phase wird das Konto technisch bereits angelegt, die Identitätsprüfung läuft aber noch. Beispiel Interwetten: Bis zu 30 Tage nach Kontoeröffnung darf der Einzahlungsbetrag 150 € nicht übersteigen, Auszahlungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen. Bei Winamax endet die Phase nach 72 Stunden, das Einzahlungslimit liegt bei 100 €. ODDSET nennt ebenfalls 72 Stunden für die Kontoverifizierung. Die Limits und Fristen sind unterschiedlich, das Prinzip ist überall dasselbe: kein verifiziertes Konto, kein uneingeschränktes Spiel.

Dieses Konstrukt ist die einzige Spielart von „Wetten ohne abgeschlossene Anmeldung“, die innerhalb der deutschen Regulierung vorkommt – und es ist eine vorläufige Phase, kein Endzustand. Wer dauerhaft ohne Anmeldung wetten will, verlässt den geschützten Rahmen.

Anbieter ohne GGL-Erlaubnis: Was sich ändert

Sobald ein Anbieter nicht auf der Whitelist steht, gilt nichts davon: keine OASIS-Sperre, kein LUGAS-Limit, keine Pflicht zur Identifizierung, kein deutsches Aufsichtsrecht. Genau diese Lücke nutzen Offshore-Marken. Lizenzen aus Curaçao oder der Autonomen Insel Anjouan werden auf den eigenen Webseiten genannt – sie haben in Deutschland keine Bedeutung, weil hier der GlüStV gilt. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.

Für Spielende hat das konkrete Konsequenzen. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt; der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt (Az. I ZR 90/23, Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus den Jahren 2013 bis 2018). Der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) eine Rückzahlung grundsätzlich für möglich gehalten, mit Ausnahme einer zugesicherten behördlichen Dul­dung. Das ist keine Garantie, dass jeder Einzelfall so ausgeht – aber es zeigt, dass die Gerichte die Frage ernst nehmen.

Strafrechtlich steht das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels nach § 284 StGB, das Bewerben nach § 285 StGB. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft den Anbieter stets auf der offiziellen Whitelist der GGL.

Spielerschutz, der an die Anmeldung gekoppelt ist

Die deutsche Regulierung bindet Spielerschutz an die Registrierung. Wer nicht angemeldet ist, fällt durch dieses Netz. Drei Mechanismen greifen nur, wenn ein Konto existiert und verifiziert ist.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
ODDSET nennt für die Kontoverifizierung einen Zeitraum von 72 Stunden und bezeichnet sie als wichtig, um Spielende vor nicht autorisiertem Zugriff auf das Konto zu schützen.

Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Geprüft wird sie im Rahmen der Identitätsprüfung – durch Abgleich der Personalausweis­daten oder über Methoden wie SCHUFA-IBAN-Abgleich, Verimi oder Video-Ident. Ohne diese Prüfung ist die Volljährigkeit nicht belegt.

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei. Sie wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt, ist für mindestens drei Monate gesperrt, wenn eine Frist genannt wurde, sonst für mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Beide Mechanismen setzen voraus, dass der Anbieter an OASIS angeschlossen ist – Offshore-Anbieter sind es nicht.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat ist über LUGAS technisch durchgesetzt: Jeder lizenzierte Anbieter muss vor einer Einzahlung den kumulierten Stand bei LUGAS abfragen. Nur Anbieter mit entsprechender Erlaubnis dürfen für einzelne Spielende ein höheres Limit setzen – bis 10.000 € oder, für höchstens ein Prozent der aktiven Spielenden, bis 30.000 € – und nur gegen dokumentierten Einkommens­nachweis. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Die Senkung greift sofort, die Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Parallel-Spiel ist verboten (§ 6h, Aktivitätsdatei). Ein Spieler darf nicht gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv wetten, wenn die Limits dadurch umgangen würden. Auch dieser Mechanismus setzt die LUGAS-Anbindung voraus.

Was fehlt, wenn die Anmeldung wegfällt

Wer auf einem Offshore-Anbieter spielt, hat:

Das ist keine Warnung vor dem Spielen selbst; es ist die Beschreibung dessen, was der Wegfall der Anmeldung konkret kostet.

Erwartete Kosten – was ein Monat unter dem Standardlimit rechnerisch bedeutet

Ein lizenzierter Anbieter mit deutscher Erlaubnis muss das Standardlimit von 1.000 € pro Monat über LUGAS durchsetzen. Wird dieser Betrag einmal auf einem Zwei-Wege-Markt zu Quote 1,90 / 1,90 gesetzt, ergibt sich rechnerisch:

Über einen Monat verteilt, mit vielen kleinen Wetten auf Märkten ähnlicher Marge, ist 50 € ein typischer Erwartungswert für 1.000 € Umsatz – bei Buchmachern, die im Schnitt fünf Prozent vom Einsatz einbehalten. Das ist die Größenordnung, mit der ein Spieler rechnen muss, der das volle Monatslimit ausschöpft.

Wesentlich ist die Bedingung: Es handelt sich um einen statistischen Mittelwert über viele Wetten. Eine einzelne Wette kann deutlich besser oder deutlich schlechter ausgehen. Wer auf einem Offshore-Anbieter spielt, kann höhere Limits nutzen, hat aber in aller Regel auch höhere Margen – die Spanne liegt bei kleineren Märkten und Live-Wetten regelmäßig über sieben Prozent. Die Spanne, die ein Monat unter dem Standardlimit tatsächlich kostet, hängt vom Wettverhalten ab: Wer konsequent auf stark favorisierte Favoriten setzt, zahlt in den höheren Margen der Außenseiter­seite mit; wer auf Live-Märkte ausweicht, zahlt dort den Aufschlag.

Vergleich der Anbieter: Was die Verifizierung kostet – an Zeit und an Spielraum

Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter danach, wie sie mit der Phase zwischen Anmeldung und abgeschlossener Verifizierung umgehen. GGL-lizenzierte Anbieter stehen oben, Offshore-Anbieter am Ende, klar getrennt.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnis Sportwetten seit
888sport GGL-Whitelist (888 Germany Limited) 30.06.2021
bpremium GGL-Whitelist (Ladbrokes (Deutschland) Limited) 09.10.2020
Tipwin GGL-Whitelist (Tipwin Limited) 09.10.2020
bet365 GGL-Whitelist (Hillside (Europe) ENC, Malta) 09.10.2020
DAZN Bet GGL-Whitelist (DZBT Operations Limited, Malta) 22.08.2023
bet-at-home GGL-Whitelist (Bet-at-home.com Internet Limited) 02.11.2020
22Bet nicht auf der GGL-Whitelist –
Sportaza nicht auf der GGL-Whitelist –
Boomerang Bet nicht auf der GGL-Whitelist –
RocketPlay nicht auf der GGL-Whitelist –

Die Tabelle zeigt, wer eine deutsche Erlaubnis hat und wer nicht. Für die Spielenden macht das einen qualitativen Unterschied, der über die Spalte hinausgeht: Die lizenzierten Anbieter sind an OASIS, LUGAS und die Einzahlungs­obergrenzen gebunden, die Offshore-Marken nicht. Folgeerlaubnisse, die in der Whitelist für mehrere Marken verzeichnet sind (Tipwin, bet-at-home, bpremium), betreffen jeweils nur den genannten Folgetermin und ändern nichts an der fortlaufenden Aufsicht.

Was das in der Praxis bedeutet

Die Whitelist-Einträge tragen ein Erst- und gegebenenfalls ein Folge­datum, aber kein Enddatum. Eine Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt; eine Erneuerung erfolgt diskret über die Whitelist, ohne dass dort ein Ablauf­datum erscheint. Wer prüfen will, ob eine Erlaubnis aktuell gültig ist, findet auf der GGL-Website nur den jeweils letzten Stand. Ältere Erlaubnisse ohne aktuellen Whitelist-Eintrag sind formal nicht mehr aktiv.

Bei den Offshore-Marken ist die Lage klar: Sie sind in Deutschland nicht zugelassen, ihre Lizenzen aus Curaçao oder Anjouan sind hier ohne rechtliche Bedeutung. Die Whitelist-Spalte bleibt daher leer – als Aussage, nicht als Datenpanne.

Einzelbetrachtung der lizenzierten Anbieter

888sport

888sport ist über die 888 Germany Limited auf der Whitelist. Die Holdinggesellschaft ist die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die deutsche Sportwetten­erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

888sport passt zu Spielenden, die ein etabliertes internationales Marken­umfeld suchen, ohne auf den deutschen Rahmen zu verzichten. Die Holding­struktur erklärt den Markenauftritt; die Erlaubnis sichert OASIS, LUGAS und 1.000 €-Standardlimit. Der Blick in die AGB zeigt, welche Verifizierungs­methoden 888sport konkret akzeptiert – das variiert von Anbieter zu Anbieter und gehört zur Sorgfaltspflicht jedes Spielers vor der ersten Auszahlung.

bpremium

bpremium gehört zur Ladbrokes (Deutschland) Limited und ist seit dem 09.10.2020 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Die gleiche Gesellschaft führt auf der Whitelist auch Partypoker für Online-Poker und Virtuelle Automatenspiele.

Die Whitelist trennt Erlaubnisse sauber: Die Sportwetten­erlaubnis gilt nur für bpremium, die Poker- und Automatenspieler­erlaubnis nur für Partypoker. Wer bei bpremium spielt, hat Anspruch auf die volle Anwendung des GlüStV im Sportwetten­bereich; die anderen Erlaubnisse sind andere Erlaubnisse mit eigenen Regeln.

Tipwin

Tipwin wird von der Tipwin Ltd. betrieben, einem Familien­unternehmen mit Dr. Damir Böhm als Geschäftsführer. Die Sportwetten­erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024.

Bei Tipwin werden eingereichte Dokumente innerhalb von 24 Stunden geprüft; Schwarzweiß­kopien werden nicht akzeptiert. Das ist im Wettbewerbsvergleich eine der schnelleren Fristen. Für Spielende, denen die Dauer der Übergangsphase wichtig ist, ist Tipwin daher eine prüfenswerte Adresse – vorausgesetzt, sie lesen die AGB zur vorläufigen Spielphase, weil auch hier Einschränkungen gelten.

bet365

bet365 läuft über die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die deutsche Sportwetten­erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

bet365 zeigt exemplarisch, dass eine deutsche Erlaubnis nicht an einen deutschen Sitz gebunden ist – die Whitelist führt ausdrücklich auch EU/EWR-Gesellschaften. Für Spielende ist entscheidend, dass die deutsche Erlaubnis auf bet365 lautet, nicht auf eine andere Domain. Die Marke selbst ist international bekannt; die Regulierung folgt dem Standort der spielenden Person, nicht dem Markensitz.

DAZN Bet

DAZN Bet läuft über die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta. Die Whitelist führt die Sportwetten­erlaubnis seit dem 22.08.2023.

Der Markenname suggeriert eine enge Verzahnung mit dem Streaming-Angebot von DAZN. Faktisch ist die Sportwetten­erlaubnis eine eigene Erlaubnis auf DAZN Bet – eigenständige Marke, eigener GGL-Eintrag. Wer hier spielt, ist auf den deutschen Regulierungs­rahmen angewiesen, nicht auf eine Verzahnung mit dem Video­angebot. Die Erlaubnis ist eine der jüngeren; das erklärt das Fehlen einer Folgeerlaubnis in der Whitelist.

bet-at-home

bet-at-home wird von der Bet-at-home.com Internet Limited betrieben. Die Sportwetten­erlaubnis besteht seit dem 02.11.2020, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 22.12.2022; für Virtuelle Automatenspiele zusätzlich seit dem 28.12.2022.

Auch hier gilt: Die Erlaubnis bezieht sich auf die Domain bet-at-home im Sportwetten­segment. Das ist nicht selbstverständlich – Inhaber mit mehreren Erlaubnissen können auf einer Domain Sportwetten anbieten, auf einer anderen Automatenspiele, ohne dass die Erlaubnis­lage zwischen den Domains automatisch übergreift. Die Whitelist trennt das.

Offshore-Anbieter: Warum sie hier auftauchen und was das bedeutet

Die folgenden vier Marken tauchen in der deutschen Spielersuche auf. Sie stehen hier, damit eine Sucheingabe nicht ins Leere läuft; sie stehen nicht hier, weil sie empfehlenswert wären. Jede dieser Marken ist in Deutschland illegal, weil sie keine GGL-Erlaubnis hat.

22Bet

22Bet bietet auf der eigenen Webseite Sportwetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen. Eine deutsche Erlaubnis besteht nicht. Die Lizenz, die 22Bet auf der eigenen Seite nennt, ist aus Curaçao – sie hat in Deutschland keine rechtliche Bedeutung. Wer bei 22Bet spielt, ist nicht über OASIS gesperrt, nicht an das 1.000 €-Limit gebunden, hat keinen Insolvenzschutz nach § 6b GlüStV und im Konfliktfall keinen deutschen Rechtsweg.

Sportaza

Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan lizenziert und reguliert zu sein, und nennt eine Lizenznummer. Anjouan ist kein in Deutschland anerkannter Erlaubnis­raum. Die Lizenz­nummer besagt nichts über die deutsche Rechtmäßigkeit. Auch hier: keine OASIS-Sperre, kein LUGAS-Limit, keine deutsche Aufsicht.

Boomerang Bet

Boomerang Bet bietet einen Sportwetten­bereich mit „Sport“, „In-Play“, „Esports“ und „Top leagues“ an und veröffentlicht eigene „Sportsbook Rules“. Das ändert nichts am Status: Keine GGL-Erlaubnis, keine deutsche Lizenz. Curaçao wird in Dritt­quellen als Lizenz­raum genannt, was in Deutschland ohne Belang ist.

RocketPlay

RocketPlay wird nach eigenen Angaben von Scores55 Tech B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben (Registrierungs­nummer 162990). Die deutsche Erlaubnis fehlt. Das Lizenzbild aus Curaçao ist für die Frage nach deutschem Recht irrelevant.

Die Gemeinsamkeit: Alle vier Marken stehen nicht auf der Whitelist, sind also in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel. Sie tauchen hier auf, weil die Sucheingabe „Wettanbieter ohne Anmeldung“ sie trifft – aber genau diese fehlende Pflicht zur Anmeldung ist es, was sie in Deutschland rechtswidrig macht. Wer bei einem von ihnen spielt, hat keinen Anspruch auf das, was die Whitelist-Anbieter garantieren müssen.

Was sich aus der Anmeldungspflicht ergibt – und was nicht

Die Anmeldung bei einem lizenzierten Anbieter kostet Zeit und einen Identitäts­nachweis. Sie bringt OASIS, LUGAS und 1.000 €-Standardlimit. Sie nimmt dem Anbieter die Möglichkeit, eigene Limits oberhalb von 1.000 € ohne Einkommens­nachweis zu setzen. Das ist die Seite des Spielers.

Für Anbieter bedeutet die Anmeldungspflicht, dass sie kein anonymes Spiel anbieten dürfen. Wer eine Sportwette in Deutschland vermitteln will, muss jeden Spielenden identifizieren, jeden Login gegen OASIS prüfen und jede Einzahlung über LUGAS laufen lassen. Das ist die Seite des Anbieters.

Der Versuch, beides zu umgehen, führt zu Offshore-Anbietern. Die Werbung für diese Anbieter verspricht, was die Anmeldungspflicht versagt: anonymes Spiel, hohe Limits, schnellen Zugriff. Die Kehrseite ist, was die Anmeldungspflicht bietet: Sperre bei Problemen, Insolvenz­schutz der Spielergelder, Rechtsweg im Inland, Aufsicht durch eine Behörde. Das ist keine Wertung – das ist die Beschreibung dessen, was auf dem Spiel steht.

Wer „ohne Anmeldung“ sucht, weil ihm der Aufwand zu groß erscheint, kann den Aufwand klein halten: SCHUFA-IBAN-Abgleich, Verimi oder Video-Ident dauern bei gut lesbaren Dokumenten wenige Sekunden bis wenige Minuten. Wer „ohne Anmeldung“ sucht, weil er anonym bleiben will, findet diese Anonymität nur außerhalb der deutschen Regulierung – mit allen Folgen, die oben stehen.

Häufige Fragen

Ist bei Online-Wettanbietern mit GGL-Erlaubnis eine Anmeldung samt Verifizierung vorgeschrieben?

Ja. § 6a GlüStV verlangt ein einziges Konto pro Anbieter mit voller Identitäts­prüfung. OASIS-Abgleich und LUGAS-Anbindung greifen erst, wenn das Konto verifiziert ist. Ohne Anmeldung gibt es auf einem GGL-lizenzierten Anbieter kein reguläres Spiel.

Wie lange dauert die Identitätsprüfung bei lizenzierten Wettanbietern üblicherweise?

Die Übergangsphase reicht von 24 Stunden (Tipwin, bei vollständigen Unterlagen) bis 72 Stunden (Winamax, ODDSET) und in Ausnahmen bis 30 Tage (Interwetten, vorläufiges Spiel). Während dieser Phase ist das Konto eingeschränkt nutzbar, nicht gesperrt.

Welche Limits gelten vor Abschluss der Verifizierung, und sind Auszahlungen dann möglich?

Bei Winamax liegt das Limit bei 100 € Einzahlung bis zum Abschluss, Auszahlungen sind ausgeschlossen. Interwetten erlaubt bis zu 150 € Einzahlung, ebenfalls ohne Auszahlung. ODDSET nennt 72 Stunden, ohne ein separates Limit zu beziffern. Auszahlungen vor Verifizierung sind nirgends möglich.

Was bedeutet es, wenn eine Seite Wetten ohne Anmeldung anbietet, aber nicht auf der GGL-Whitelist steht?

Die Seite hat in Deutschland keine Erlaubnis. Sie ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. OASIS, LUGAS und der Insolvenz­schutz nach § 6b GlüStV greifen nicht. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor solchen Angeboten gewarnt. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Rückzahlungen angeordnet; der BGH hat die Frage dem EuGH vorgelegt.

Welche Unterlagen werden bei der Verifizierung üblicherweise verlangt?

Personalausweis oder Reisepass, je nach Anbieter ergänzt durch Adress­nachweis und Bank­verbindungs­nachweis. SCHUFA-IBAN-Abgleich, Verimi oder Video-Ident ersetzen den Dokumenten-Upload, wenn der Anbieter sie anbietet. Bei Banküberweisung als Auszahlungs­weg verlangen einige Anbieter zusätzlich einen Konto­auszug.

Wie hängen Anmeldung, OASIS-Abfrage und das Einzahlungslimit von 1.000 € zusammen?

Die Anmeldung löst die OASIS-Prüfung aus; ohne verifiziertes Konto gibt es keinen OASIS-Abgleich im Login. Das 1.000 €-Monatslimit wird über LUGIS geführt – lizenzierte Anbieter sind verpflichtet, vor jeder Einzahlung den kumulierten Stand abzufragen. Eine Umgehung über mehrere Konten oder über Offshore-Anbieter ist durch § 6h (Aktivitätsdatei) und durch die fehlende Anbindung dort unterbunden – auf der Seite der lizenzierten Anbieter konsequent, auf der Offshore-Seite nicht möglich.

Inhalt erstellt vom Team «laenderspielwetten.com»