Roland Garros Wetten 2026: Wer in Deutschland legal anbietet, was die Quote kostet und wo das Tipps an die Regeln stößt

Updated Oktober 2026
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Eine Wette auf die French Open verlangt in Deutschland mehr Disziplin, als die Werbung der Buchmacher vermuten lässt. Wer hier tippt, spielt auf Sand, in einem Grand-Slam-Turnier, das seit 1891 in Paris ausgetragen wird, aber der Markt, auf dem die Quote steht, wird vom Glücksspielstaatsvertrag und der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geformt, nicht von der Stimmung im Stadion. Hier erfahren Sie, welche Anbieter mit deutscher Erlaubnis Wetten auf die French Open veranstalten dürfen, was eine Quote von 1,90 über die Marge wirklich hergibt und wo die Regeln das eigene Tipps ausbremsen.

Ein Sandplatz mit rötlichem Belag und gezogenen weißen Linien, ein einzelner Tennisball liegt neben der Linie, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Die French Open (Roland Garros) werden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand (Terre battue) ausgetragen; Veranstalter ist der Weltverband ITF.

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL, Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was Roland Garros für Wettende bedeutet

Das Sandplatzturnier in Paris ist die zweite Grand-Slam-Station des Jahres und das einzige, das auf langsamem Belag entschieden wird. Aufschlag­vorteile schrumpfen, lange Ballwechsel werden zur Regel, und Spielerinnen und Spieler, die auf Sand groß geworden sind, gewinnen an Wert. Für eine Wette heißt das: Ergebnisse kippen seltener durch einen einzigen Aufschlag, und Sätze werden zur eigenständigen Wetteinheit. Wer auf den Matchsieger setzt, kauft sich in ein Spiel ein, in dem drei Sätze Herren, zwei Sätze Damen entscheiden und im Tiebreak ein Match-Tiebreak bis zehn mit zwei Punkten Vorsprung den fünften Satz bei den Herren beendet, eine Regel, auf die sich alle vier Grand-Slam-Turniere im März 2022 geeinigt haben.

Ein Tennisschläger lehnt an einer dunkelgrünen Bande ohne Aufschrift auf einem Sandplatz, daneben liegt ein Handtuch.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt.

Die Ausgabe 2026 lief vom 24. Mai bis zum 7. Juni 2026 und ist abgeschlossen. Das Herreneinzel entschied Alexander Zverev im Finale gegen Flavio Cobolli, das Dameneinzel Mirra Andrejewa gegen die Qualifikantin Maja Chwalińska. Wer sich jetzt auf das Turnier vorbereitet, blickt bereits auf die nächste Auflage, deren Termin noch nicht feststeht; wer noch Tipps für die abgeschlossene Ausgabe sucht, findet die Ergebnisse auf den Ergebnis­seiten der Anbieter. Eine Wette, die das Turnier als Gesamtes umfasst, ist zu diesem Zeitpunkt nur noch als Auswertung interessant, nicht mehr als Handel.

Das Gesamtpreisgeld lag 2026 bei 61.723.000 €, ein Plus von 9,35 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einzelsieger im Profitennis erhielten jeweils 2.800.000 €. Diese Zahlen gehören zum Turnier, nicht zur Wette; sie zeigen aber, in welcher Größenordnung ein Markt stattfindet, in dem ein Buchmacher seine Quoten kalkuliert.

Wie die Rechtslage Wetten auf Sand formt

In Deutschland darf Sportwetten nur veranstalten oder vermitteln, wer eine Erlaubnis der GGL besitzt. Die Erlaubnis wird nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags erteilt, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Die Aufsicht liegt ebenfalls bei der GGL mit Sitz in Halle (Saale); sie kann Bußgelder verhängen und Anbieter vom Markt drängen. Wer überprüfen will, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, schaut in die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Die Whitelist ist die einzige Quelle, die zählt. Eine maltesische, eine Curaçao- oder eine Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung.

Eine Messingwaage steht auf einer polierten Tischplatte vor einem Fenster, durch das gedämpftes Licht fällt.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Liste, die am 2. Oktober 2026 gilt, führt 27 Inhaber einer Sportwetten­erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei weitere Inhaber reiner Pferdewetten­erlaubnisse. Insgesamt 30 Einträge. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain; umgekehrt beweist eine .de-Endung nichts, weil der Domain­markt keinen Erlaubnis­vorbehalt kennt. Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt, die Whitelist zeigt aber nur das Datum der erstmaligen und der Folge­erlaubnis, kein Enddatum. Wer eine Erlaubnis führt, darf nur unter genau der Domain Wetten annehmen, die in der Whitelist steht. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele oder Online-Casino deckt keine Sportwette ab; es sind eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln.

Was gewettet werden darf, regelt § 21 GlüStV. Erlaubt sind feststehende Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombinations­wette. Nicht erlaubt sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, manipulations­anfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionen. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport zählt nach der GGL nicht als Sport; lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportwetten schweigt die Aufsicht; seriös lässt sich dazu nichts sagen.

Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 enger begrenzt als viele Werbespots vermuten lassen. Während eines laufenden Spiels darf nur auf das Endergebnis gewettet werden oder auf Ereignisse, die selten eintreten: das nächste Tor im Fußball, der nächste Satz im Tennis. Auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball darf nicht gewettet werden. Das ist die Stelle, an der das eigene Tipps mit der Werbung kollidiert: Wer einen Buchmacher sieht, der „Live auf den nächsten Ball“ anbietet, sieht einen Anbieter, der in Deutschland gegen die Erlaubnis verstoßen würde. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz einer Einzelwette gibt es im Sportwetten­bereich nicht.

Die Werbung um das Tipps herum ist ebenfalls geregelt. Zwischen 6:00 und 21:00 Uhr gilt ein Werbeverbot, das Slots, Online-Poker und Online-Casino betrifft, nicht aber Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Boni sind nicht staatlich begrenzt; Bedingungen wie Mindestquote, Umsatzfaktor und Frist kommen allein aus den AGB des Anbieters.

Strafrechtlich bleibt das Bild zweigeteilt. Wer ohne Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anbietet, macht sich nach § 284 StGB strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Wer dafür wirbt, bis zu einem Jahr. Die Teilnahme von Spielerinnen und Spielern ist nach § 285 StGB ebenfalls strafbar, mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Dass Behörden gegen einzelne Tippende vorgehen, ist nicht bekannt; die zivilrechtliche Lage bei Anbietern ohne Erlaubnis ist jedoch ein fortwährendes Risiko. In mehreren Verfahren haben deutsche Gerichte Anbieter ohne die Erlaubnis dazu verpflichtet, verlorene Einsätze zurückzuzahlen. Der Bundes­gerichts­hof hat dem am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob das mit der Dienstleistungs­freiheit vereinbar ist; die Schlussanträge des Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 halten eine Rückzahlung grundsätzlich für möglich, mit Ausnahme für Zeiten, in denen Behörden zugesichert haben, die Erlaubnis­pflicht nicht durchzusetzen. Im konkreten Tipico-Verfahren fordert der Kläger mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Keine Garantie für einzelne Fälle, aber eine Linie, an der sich die Risiken unerlaubter Anbieter messen lassen.

Offshore ist deshalb keine Geschmacks­frage, sondern eine Aufsichts­frage. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis tippt, hat weder OASIS noch LUGAS an seiner Seite, kein deutsches Beschwerde­verfahren, keine klaren Grenzen für Einsatz oder Live-Wetten. Die Erlaubnis kostet den Anbieter Spielraum, dafür kauft sie dem Spieler den Rahmen, in dem OASIS, das Einzahlungs­limit, die eigenen Regeln zur Verifizierung und die Auszahlungs­fristen gelten.

Spieler­schutz: was jede Wette auf Roland Garros im Hintergrund mitbestimmt

Wer auf Roland Garros tippt, ist im Spiel, aber nicht aus dem Schutz­rahmen entlassen. Drei Mechanismen greifen unabhängig vom Turnier und unabhängig vom Anbieter.

Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren, § 4 Abs. 3 GlüStV. Vor der voll­ständigen Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden mit Spiel zulassen, mit einem Einzahlungs­limit von 100 € und ohne Auszahlung. Wer danach weiter spielen will, muss sich identifizieren: Ausweis, Adresse, Konto­inhaber. Ein Konto pro Anbieter, voll verifiziert, § 6a.

Das Einzahlungs­limit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt 1.000 € pro Kalender­monat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Anbieter dürfen für einzelne Personen höhere Limits einrichten, bis 10.000 €, in einer zweiten Stufe bis 30.000 €, höchstens für 1 % ihrer aktiven Spielerinnen und Spieler, nur gegen nachweis­bare wirtschaftliche Leistungs­fähigkeit. Eine Selbst­auskunft reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Wer also plant, über mehrere Wochen die Quoten zu spielen, sollte das Limit im Auge behalten, nicht erst, wenn die Ablehnung auf dem Wettschein landet. Eine Wette greift anders als eine Einzahlung, aber das Limit misst die Einzahlung, nicht den Einsatz; wer mit kleinem Budget tippt, kommt schneller an die 1.000-€-Grenze, als der Spielplan der French Open lang ist.

Parallel­spiel ist nach § 6h GlüStV verboten, technisch überwacht über die LUGAS-Aktivitäts­datei. Wer bei einem zweiten Anbieter spielen will, ohne sich zu identifizieren, scheitert an der Datei, nicht am Anbieter.

OASIS, das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, wird bei Registrierung und Login geprüft. Eine Selbst­sperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person einen Zeitraum benennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer aus OASIS ausgesperrt ist, kann bei keinem deutschen Anbieter ein Konto eröffnen oder spielen. Wer sich beim Anbieter sperren lässt, sperrt sich automatisch überall. Der Panik­button nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus, auch wenn keine Sperre besteht; er ist kein Ersatz für eine Selbst­sperre, sondern ein Atem­holer.

Die Steuer auf Sportwetten steht im Rennwett- und Lotteriegesetz, §§ 16 bis 25. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungs­grundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das sind ungefähr 5,03 % des gezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Tippenden, § 19 RennwLottG. Ob und wie der Anbieter sie an die Tippenden weitergibt, ist seine Sache; ohne konkrete AGB-Aussage lässt sich nichts daraus ableiten. Wer in den AGB eines Anbieters liest, sollte auf das Wort „Wettsteuer“ oder „Sportwettensteuer“ achten, auf die Variante „brutto“ oder „netto“ und auf den Hinweis, ob die Steuer vom Gewinn abgezogen oder vom Einsatz einbehalten wird. Gewinne privater Tippender sind auf erster Ebene nicht abschließend geregelt; allgemeine Auskunft ersetzt keine Steuer­beratung.

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat keine dieser Schutz­mechanismen. OASIS gilt dort nicht, LUGAS nicht, das 1.000-€-Limit nicht, das Verbot von Parallel­konten nicht. Wer dort spielt, spielt gegen die Regeln des Marktes, in dem er lebt.

Wettmärkte auf Roland Garros: Was ein Anbieter zeigen darf und was nicht

Ein Grand-Slam-Turnier liefert einen der dichtesten Wett­kalender des Tennis­jahres. Wer auf Sand tippt, kann auf unterschiedlichen Ebenen einsteigen.

Langzeit­wette auf den Turnier­sieger. Vor und während des Turniers bieten Anbieter Quoten auf den Gesamtsieger, getrennt nach Herren und Damen. Solche Quoten enthalten die Marge des Buchmachers über die ganze Auswahl. Sie verändern sich mit der Auslosung und mit dem Verlauf; wer vor der Auslosung setzt, akzeptiert eine Quote, die später möglicherweise günstiger wäre, wenn ein Topfavorit auf einen Sand­spezialisten trifft, oder teurer, wenn ein Außenseiter die Runde eins überlebt.

Match­wette auf den Sieger einer Partie. Im Einzel die Standard­form. Drei Sätze Herren, zwei Sätze Damen, Tiebreak bis sieben, im Entscheidungs­satz der Herren Match-Tiebreak bis zehn mit zwei Punkten Vorsprung. Wer auf den Match­sieger setzt, wettet auf das Ende des Spiels, nicht auf einzelne Sätze; wer einen Rückstand aufholen will, wettet auf den Ausgang, nicht auf das Comeback.

Satzwette. Auf den Sieger eines bestimmten Satzes, auf ein Unentschieden nach Sätzen (etwa 1:1 nach zwei Sätzen im Herren-Duell), auf ein exaktes Satz­verhältnis. Solche Märkte sind interessant, wenn ein Spieler den ersten Satz verliert und das Spiel noch nicht entschieden ist; wer dann auf den Satzrückstand wettet, wettet auf den Ausgang des Spiels in einem anderen Markt.

Handicap. Einem Spieler werden virtuell Spiele oder Sätze abgezogen, der andere bekommt welche dazu. Üblich im Tennis sind Spiel-Handicaps innerhalb eines Satzes (etwa −2,5 Spiele) und Satz-Handicaps über das Match. Ein Handicap verändert die Quote, nicht den Ausgang; wer auf den Favoriten mit Handicap setzt, gewinnt nur, wenn der Favorit deutlich gewinnt.

Spezial­wetten auf den Tiebreak, auf die Anzahl der Spiele in einem Satz, auf „erster Aufschlag verloren“, auf „Doppel­fehler“ – Märkte, die manche Anbieter als Spielerei listen, andere als feste Kategorie. Wer hier zugreift, sollte prüfen, ob der Markt in der Erlaubnis des Anbieters abgedeckt ist; nicht alles, was ein Anbieter anbietet, ist auch zulässig.

Live-Wetten. Hier ist der deutsche Markt am engsten. Während eines laufenden Spiels darf nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf den nächsten Satz gewettet werden. Wer auf den nächsten Punkt, den nächsten Aufschlag, den nächsten Einstand tippt, sieht einen Markt, der nach deutschem Recht nicht erlaubt ist. Auch ein Anbieter auf der Whitelist darf ihn nicht anbieten; wer ihn sieht, sollte die Wette nicht platzieren, sondern das Angebot hinterfragen.

Eine wichtige Leseübung vor jeder Wette: Welche Märkte zeigt der Anbieter überhaupt für Sand? Wer einseitig nur den Matchsieger im Haupt­feld listet, hat im Turnier wenig zu bieten; wer Langzeit, Satz, Handicap, Spiel­handicap und Spezial anbietet, ist für mehrere Wochen Spiel­plan eingerichtet.

Warum die Quote das Tipps trägt — und was die Marge daraus macht

Wer auf Roland Garros tippt, kauft eine Quote, die aus mehreren Komponenten besteht: der Wahrscheinlich­keits­schätzung des Buchmachers, seiner Marge und einer Liquiditäts­komponente. Wer das nicht im Kopf hat, wettet gegen ein Preisschild, das er nicht liest.

Eine Quote wird in Dezimal­form angegeben, mit Komma statt Punkt: 2,10 liest sich als „2 Komma 10“. Eine Wette von 10 € auf 2,10 zahlt bei Gewinn 21 € zurück, Einsatz eingeschlossen; der Nettogewinn sind 11 €. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Einzel­tipps; wer auf zwei Spiele mit 1,80 und 2,20 setzt, spielt um die Gesamt­quote 3,96, ein 10-€-Einsatz zahlt bei Gewinn 39,60 € zurück.

Was eine Quote nicht zeigt, ist die Marge des Buchmachers. Auf einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Ausgängen A und B verteilt der Buchmacher die impliziten Wahrscheinlich­keiten so, dass die Summe über 100 % liegt; die Differenz ist sein Anteil, die „Marge“ oder „overround“. Beispiel: ein Markt mit beiden Quoten 1,90. Die implizite Wahrscheinlich­keit einer Quote ist 1 geteilt durch die Quote, hier 1 ÷ 1,90 = 0,5263 oder 52,63 %. Bei zwei Ausgängen summiert sich das auf 105,26 %, der Buchmacher behält davon 5,26 %; die Auszahlungs­quote, der Anteil, der an die Tippenden zurückfließt, liegt bei 94,74 %. Der Betrag, den die Tippenden zusammen einsetzen, wird am Ende nach Abzug dieser Marge ausgeschüttet.

Ein anderes Bild mit anderen Quoten: 1,50 und 3,00. 1 ÷ 1,50 = 66,67 %, 1 ÷ 3,00 = 33,33 %, Summe 100,00 %. Hier hat der Buchmacher keine Marge in den Preis eingerechnet, der Markt ist „fair“ – in der Realität bei Live-Quoten auf einen klaren Favoriten möglich, aber selten, und nur für Sekunden. Bei 1,70 und 2,30: 58,82 % + 43,48 % = 102,30 %, Marge 2,30 %. Bei 1,60 und 2,60: 62,50 % + 38,46 % = 100,96 %, Marge 0,96 %, extrem eng.

Was heißt das für das eigene Tipps? Auf einem Markt mit 1,90/1,90 verliert ein Tippender, der ohne besondere Information tippt, im Mittel 5,26 % seines Einsatzes pro abgeschlossener Wette, weil die Auszahlungs­quote 94,74 % beträgt. Wer dauerhaft gewinnen will, muss genauer tippen als die implizite Wahrscheinlich­keit, die im Preis steckt. Wer gelegentlich tippt, gewinnt oder verliert nach den Zufällen seines Kalenders, der Buchmacher gewinnt immer über die Marge.

Bei Live-Wetten auf den nächsten Satz sieht das Bild etwas anders aus. Solche Märkte sind enger, weil sie auf eine kleinere Einheit wetten; das gleiche Prinzip gilt. Wer auf mehrere Saisons hinweg auf den nächsten Satz setzt, verliert im Mittel die Marge, die der Anbieter in jeden Preis eingerechnet hat.

Wer auf den Gesamtsieger setzt, sieht die größte Marge im Turnier. Buchmacher bauen in Langzeit­märkte typischerweise zwischen 15 % und 25 % Marge ein, weil die Auswahl groß und die Liquidität pro Auswahl klein ist. Wer auf einen Außenseiter setzt, sieht eine hohe Quote mit hoher eingebauter Marge. Wer auf einen Favoriten setzt, sieht eine niedrige Quote, aber die Marge bleibt im Preis. Auf den ersten Blick wirkt ein Außenseiter verlockend, statistisch kostet er den Tippenden am meisten pro verlorenem Euro.

Worauf die Marge im Einzelfall wirklich steht, hängt vom Anbieter, vom Markt und vom Zeitpunkt ab. Wer ein Gefühl für den Markt entwickeln will, vergleicht dieselbe Quote bei mehreren Anbietern, am besten kurz vor dem Match, wenn die Liquidität am größten ist.

Wettarten in einer Übersicht

Wer auf Sand tippt, wettet in einer kleinen Grammatik von Formen. Sieben davon tauchen immer wieder auf.

Einzelwette. Eine Wette, ein Ergebnis. Auszahlung bei Gewinn: Einsatz × Quote, mit dem Einsatz im Gewinn­fall zurück. Verloren ist der Einsatz vollständig.

Kombinationswette. Mehrere Einzel­tipps auf einem Wettschein. Die Quoten multiplizieren sich, die Auszahlung steigt, aber jedes Glied der Kette muss gewinnen, damit die Wette insgesamt gewinnt. Schon ein falsches Glied verliert den gesamten Einsatz.

Systemwette. Mehrere Kombinationen aus denselben Tipps, mit verschiedenen Sicherheits­stufen. Wer drei Tipps kombiniert, kann zum Beispiel „2 aus 3“ spielen, drei Kombinationen mit je zwei Tipps, und einen Teil des Einsatzes zurückholen, wenn zwei der drei Tipps gewinnen. Aufwändiger zu berechnen, teurer im Einsatz, oft von Anbietern ausgeschlossen, wenn die Quote pro Glied unter einer Mindestquote liegt.

Live-Wette. Während des Spiels platziert, auf den nächsten Satz oder das Endergebnis beschränkt. Quoten bewegen sich schnell; wer reagiert, wettet gegen ein Preisschild, das sich verändert, während die Maus klickt.

Cash Out. Kein eigener Markt, sondern eine Funktion des Anbieters. Wer eine offene Wette vor dem Ende des Spiels verkauft, lässt sich einen Teil des möglichen Gewinns auszahlen, weniger als bei einem vollen Gewinn, mehr als null. Cash Out ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt; ob ein Anbieter es anbietet und zu welchen Konditionen, steht in seinen AGB.

Wett­konfigurator (Bet Builder). Eine Funktion, mit der mehrere Märkte desselben Spiels zu einer Quote kombiniert werden, ohne sie auf andere Spiele zu streuen. Achten sollte man auf die Mindestquote, die viele Anbieter für solche Kombinationen setzen, oft 1,50 oder 1,60 pro Glied.

Langzeit­wette. Auf den Gesamtsieger, vor oder während des Turniers. Hohe Marge, lange Laufzeit, eine Wette, die das ganze Turnier über steht.

Wie Sand das Tipps verändert

Sand verändert die Statistik, nicht die Quote. Auf Sand sind Aufschlag­vorteile kleiner, weil der Ball langsamer abspringt und höher springt. Lange Ballwechsel sind die Regel, Service-Games werden länger, Breakchancen häufiger. Spielerinnen und Spieler mit starker Grundlinien­technik, schwerem Topspin und Ausdauer gewinnen, reine Aufschlag­spieler verlieren an Wert. Wer vor dem Turnier Quoten vergleicht, sieht diesen Bias oft schon im Preis: Sand­spezialisten wie Rafael Nadal, der 14 Titel bei Roland Garros hält, oder Iga Świątek, die vor 2026 mehrfach auf Sand gewann, stehen enger als auf Hartplatz, Außenseiter weniger weit.

Was das für eine Wette heißt. Auf Sand kippen Spiele seltener durch einen einzelnen Aufschlag, eher durch ein körperliches Nachlassen in den hinteren Sätzen. Auf den Match­sieger zu setzen heißt auf den Spieler zu setzen, der drei Sätze Herren oder zwei Sätze Damen durchhält, nicht auf den Spieler, der den ersten Aufschlag durchbringt. Auf den ersten Satz zu setzen heißt auf den Spieler zu setzen, der den Beginn gut übersteht, nicht auf den Spieler, der im Tiebreak den kühlen Kopf behält. Auf den Tiebreak zu setzen heißt auf das Spiel zu setzen, das 6:6 kommt, was auf Sand häufiger vorkommt als auf Rasen oder Hartplatz.

Was eine Value-Wette ist. Eine Wette, deren Quote höher ist als die Wahrscheinlich­keit, die der Tippende dem Ausgang zuschreibt. Beispiel: Wer schätzt, dass Spieler A das Match zu 60 % gewinnt, sollte nur wetten, wenn die Quote über 1,67 liegt (1 ÷ 0,60). Liegt sie bei 1,90, hat die Wette einen Wert, weil sie über dem fairen Preis liegt; liegt sie bei 1,50, hat sie keinen Wert. Eine Value-Wette ist keine Wette, die mit hoher Wahrscheinlich­keit gewinnt; sie ist eine Wette, deren Quote das Risiko übersteigt. Wer dauerhaft auf Value setzt, schlägt die Marge des Buchmachers im Mittel.

Was Sand dabei ändert: Wer die Quote eines Außenseiters auf Sand sieht, sollte prüfen, ob der Buchmacher den Sand­bias bereits eingepreist hat. Häufig hat er das; manchmal nicht. Genau dort, in der Lücke, sitzt eine Value-Wette.

Die Anbieter im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter, deren Sportwetten­domäne auf der GGL-Whitelist vom 2. Oktober 2026 steht. Sie ist keine Rangliste, sie ist eine Einordnung.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnis­inhaber Sportwetten­erlaubnis seit
Winamax Winamax S.A., Whitelist-Eintrag für Winamax.de 29.06.2021, Folge­erlaubnis 08.12.2022
VBet SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta 05.12.2023
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folge­erlaubnis 21.12.2022
Tipico Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folge­erlaubnis 09.12.2022
Tiptorro Torro Tec Limited (Malta), App von Tipico B2B Ltd und Torro Tec 30.06.2021, Folge­erlaubnis 27.12.2022
LeoVegas LVSports Limited, zusätzlich Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023 21.10.2024
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folge­erlaubnis 22.12.2022
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Ltd, Gzira, Malta (C 92799) 09.10.2020, Folge­erlaubnis 21.12.2022
Betano Betkick Sportsbetting Limited, App von Kaizen Gaming International 19.02.2021, Folge­erlaubnis 16.12.2022
bwin bwin (Deutschland) Limited, Gzira, Malta 09.10.2020, Folge­erlaubnis 23.12.2022

Keine dieser Angaben enthält ein Enddatum. Die Whitelist führt nur die Daten der erstmaligen Erlaubnis und der Folge­erlaubnis; die Erlaubnis endet mit Widerruf oder durch Frist­ablauf, beides ist nicht Gegenstand der Liste. Wer prüft, ob eine Erlaubnis aktuell gilt, prüft, ob der Eintrag besteht, nicht ob ein Datum in der Zukunft liegt.

Winamax

Winamax bewirbt im Footer der Website „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die zweite Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April und dem 30. August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Wer Tennis-Quoten vergleicht, findet hier einen Anbieter mit Tennis-Anspruch: Winamax TV überträgt im eigenen Konto Live-Streams aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, allen vier Grand-Slam-Turnieren, allen ATP- und WTA-Turnieren sowie NBA und NFL. Für eine Wette auf die nächste French Open heißt das: Live-Bilder sind im Konto, der Anbieter muss nicht verlassen werden, der Wettschein liegt daneben. Winamax ist seit 29. Juni 2021 auf der Whitelist, mit Folge­erlaubnis vom 8. Dezember 2022.

Wer sich für Winamax entscheidet, sollte prüfen, wie die Wettsteuer im Gewinn­fall abgezogen wird; die Werbung suggeriert, dass sie nicht durchgereicht wird, das ist im Einzelfall zu bestätigen.

VBet

Die SCGO Limited betreibt die deutsche Sportwetten­domäne Vbet.de und hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Die Sportwetten­erlaubnis besteht seit dem 5. Dezember 2023. Wer einen Anbieter sucht, der auch außerhalb der Standard­märkte unterwegs ist, findet bei VBet ein breiteres Wett­programm mit Live-Wetten und einer Auswahl, die Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball und Darts abdeckt. Was VBet im Detail für die French Open zeigt, hängt vom Spielplan ab; die Wett­tiefe pro Match entscheidet sich am Tag des Spiels, nicht am Tag der Anmeldung.

Wer mit VBet tippt, sollte beachten, dass die Erlaubnis vergleichs­weise jung ist; ein Anbieter, der erst seit Dezember 2023 auf der Whitelist steht, hat weniger Turnier­ausgaben unter deutscher Lizenz absolviert als die älteren Marken daneben.

Sportingbet

Sportingbet (Deutschland) Limited ist seit Oktober 2020 auf der Whitelist, mit Folge­erlaubnis von Dezember 2022. Das Wett­angebot listet einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Wer auf Roland Garros tippt und Märkte eines Spiels kombinieren möchte, prüft die Mindestquote für Konfigurator-Scheine in den AGB.

Die Position von Sportingbet im deutschen Markt ist die eines klassischen, breit aufgestellten Anbieters ohne Tennis-Spezialisierung; wer Tennis­spezifisches sucht, sollte die Tiefe des Wett­programms für Sand­turniere im Voraus prüfen.

Tipico

Tipico Co. Limited ist seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, mit einer Folge­erlaubnis am 9. Dezember 2022. Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; die Beschreibungs­texte nennen „Tipico Cashout“ und Live-Wetten auch während eines Fußballspiels. Für eine Wette auf Roland Garros heißt das: Cash Out ist verfügbar, Live ist verfügbar, getrennt oder kombiniert; die App gehört zu den etablierten Produkten im deutschen Markt.

Wer mit Tipico tippt, sollte das Wett­programm für die French Open prüfen, insbesondere Tiebreak-Märkte und Handicap-Tiefe. Tipico ist der Anbieter, an dem sich die deutsche Szene misst; seine Quoten gelten als Referenz für kleinere Anbieter im Markt.

Tiptorro

Hinter Tiptorro steht die Torro Tec Limited (Malta); die Tiptorro-App wird im App Store von derselben Firma angeboten. Die App-Eigenbeschreibung verweist auf die Aufsicht durch die GGL und die Whitelist. Die Erlaubnis besteht seit dem 30. Juni 2021, mit einer Folge­erlaubnis am 27. Dezember 2022. Tiptorro positioniert sich als zweite Marke der Tipico-Gruppe mit ähnlicher Funktions­tiefe, eigener Marken­sprache und oft eigener AGB; wer bei Tipico tippt, sollte nicht ohne Prüfung annehmen, dass Tiptorro identische Bedingungen hat.

LeoVegas

LVSports Limited führt die Erlaubnis für Leovegas.de seit dem 21. Oktober 2024, die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27. Februar 2023. LeoVegas ist im Kern ein Casino-Anbieter mit schritt­weise aufgebautem Sportwetten­angebot. Wer hier auf die French Open tippen will, sollte das Sportwetten­programm vor dem Turnier prüfen; ein junges Sportwetten­produkt hat in der Regel eine schmalere Tiefe pro Spiel als ein spezialisierter Anbieter.

NEO.bet

Die Greenvest Betting Limited betreibt NEO.bet seit Oktober 2020, mit Folge­erlaubnis von Dezember 2022. Der Anbieter fokussiert sich auf den deutschen Markt; die Quoten­tiefe für Tennis sollte im Einzelfall geprüft werden, insbesondere für Märkte jenseits des klassischen Matchsiegers.

bpremium

Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd betreibt Bpremium.de mit Sitz in Gzira, Malta, eingetragen unter C 92799, gemäß Nutzungs­bedingungen vom April 2023. Die Erlaubnis besteht seit Oktober 2020, mit Folge­erlaubnis von Dezember 2022. bpremium agiert als zweites Angebot der Ladbrokes-Gruppe neben dem internationalen Marken­auftritt; Interessierte sollten bei bpremium die AGB-Fassung für den deutschen Markt prüfen.

Betano

Die Betkick Sportsbetting Limited führt die Erlaubnis für Betano.de seit dem 19. Februar 2021, mit einer Folge­erlaubnis am 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der Kaizen Gaming International Limited angeboten; die App-Beschreibung nennt Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Für eine Wette auf die French Open ist das die Kombination, die ein Dauer­tipp­ender sucht: mehrere Märkte pro Spiel kombinieren, vorzeitig aussteigen, das Match im Stream verfolgen, alles in einer App.

Betano hat die Funktionen, die für ein Grand-Slam-Turnier gebraucht werden; was am Ende zählt, ist die Tiefe pro Match und die Mindestquote pro Glied.

bwin

Die bwin (Deutschland) Limited betreibt Bwin.de mit Sitz in Gzira, Malta. Die Erlaubnis besteht seit Oktober 2020, mit Folge­erlaubnis von Dezember 2022. bwin ist etabliert und bietet ein breites Sportwetten­angebot; die Tennis-Tiefe für Matches im Turnierverlauf ist bei bwin üblicherweise hoch, besonders für Hauptfeld-Partien in späteren Runden.

Was die Sportwettensteuer für das eigene Tipps bedeutet

Die Sportwettensteuer ist eine Wette auf das eigene Konto, nicht auf das Spiel. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Tippenden. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungs­grundlage „Einsatz minus Steuer selbst“, was ungefähr 5,03 % des gezahlten Betrags sind. Beispiel: 100 € Einsatz, korrigiert um die enthaltene Steuer, ergibt 94,97 € als Bemessungs­grundlage, 5,03 € Steuer.

Wer mit 100 € auf Quote 2,00 setzt und gewinnt, erhält 200 € ausgezahlt, sofern der Anbieter die Steuer nicht vom Gewinn abzieht oder vom Einsatz einbehält. Zieht der Anbieter sie vom Gewinn ab, sind es noch 194,44 €, weil die 5,03 % Steuer auf den Bruttogewinn von 100 € gerechnet werden. Zieht er sie vom Einsatz ab, sind es noch 94,97 € Einsatz, 189,94 € Auszahlung auf Quote 2,00. Drei verschiedene Zahlen für dieselbe Wette, je nach AGB. Wer bei einem Anbieter tippt, sollte vor der ersten Wette wissen, welche Variante gilt; die Werbung „0 % Wettsteuer“ bezieht sich auf den Anbieter, nicht auf den Tippenden.

Was sich aus dem GGL-Bescheid gegen illegale Anbieter ergibt

Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie etwa Platincasino gewarnt. Die Warnung ist Teil einer Pressemitteilung der GGL, die einen Schlag gegen illegales Glücksspiel in Milliarden­höhe begleitet. Für Tippende auf die French Open heißt das: Die Aufsicht schaut hin, gerade bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sperre, eine Zahlungs­blockade oder eine Werbe­unterbindung kommt, ist nicht null. Wer dort spielt, spielt auf einer Plattform, deren Zugang morgen weg sein kann.

Wer mit OASIS ausgesperrt ist, hat keinen Zugang mehr zu einem Whitelist-Anbieter; wer es versucht, scheitert an der Registrierung. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat diese Sperre nicht, aber auch keine deutsche Aufsicht; die OASIS-Sperre wirkt nur in Deutschland.

Was die Auswahl unter den zehn Anbietern für einzelne Tippende bedeutet

Eine Liste von zehn Anbietern ersetzt keine eigene Prüfung der Whitelist. Wer einen Anbieter wählt, sollte vor der ersten Einzahlung prüfen, ob die Domäne in der Liste steht, ob der Erlaubnis­inhaber zum Zeitpunkt der Anmeldung derselbe ist und ob die AGB-Fassung aktuell ist. Die Whitelist ist die einzige Quelle, die zählt.

Wer vor allem auf Tennis tippt, sollte einen Anbieter mit Tennis-Bezug wählen: Winamax wegen der Tennis-Quoten aus der Odoxa-Studie und der Streams aus allen Grand-Slam-Turnieren, Betano wegen Bet Builder und Live-Streams der Grand-Slam-Turniere, Tipico wegen Cash Out und Live. Wer vor allem auf Sand und Außenseiter setzt, sollte die Marge der Langzeit­märkte vergleichen; sie liegt am höchsten, wo die Auswahl am größten ist. Wer das 1.000-€-Limit im Monat ausschöpfen will, sollte prüfen, ob der Anbieter eine Limit­anhebung anbietet, und ob die Voraussetzungen für den Anbieter erfüllbar sind; Wer das Limit nicht ausschöpfen will, tippt mit dem, was übrig ist.

Wer mit kleinem Budget tippt, sollte einen Anbieter mit niedrigen Mindest­einsätzen wählen, die meisten akzeptieren Einsätze ab 0,50 € oder 1 €; wer mit hohem Budget tippt, sollte die maximale Auszahlung pro Wettschein prüfen, sie liegt meist zwischen 5.000 € und 100.000 €, je nach Markt und Anbieter. Wer mit vielen Märkten spielt, sollte einen Anbieter mit breitem Wett­programm wählen; wer mit wenigen Märkten spielt, kommt auch mit einem schmalen Programm zurecht.

Was die Auswahl nicht leistet: Sie macht die eigene Recherche nicht überflüssig. Wer auf eine Quote setzt, sollte die Quote verstehen; wer auf einen Markt setzt, sollte den Markt verstehen; wer auf ein Spiel setzt, sollte das Spiel verstehen. Die Liste liefert den Rahmen, nicht den Inhalt.

Häufig gestellte Fragen

Wer auf Roland Garros tippen will, muss zu einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis gehen, dessen Sportwetten­domäne in der Whitelist der GGL steht; die Liste ist die einzige Quelle, die zählt. Sie findet sich auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) und wird nach § 9 Abs. 8 GlüStV geführt. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 listet 27 Inhaber einer Sportwetten­erlaubnis mit insgesamt 30 Einträgen.

Welche Wettmärkte gibt es für das Turnier, etwa Gesamtsieger, Matchsieger und Satzwetten?

Auf der Whitelist dürfen Anbieter unter anderem Wetten auf den Gesamtsieger vor und während des Turniers, auf den Sieger einer Partie, auf den Sieger eines Satzes, auf das genaue Satz­verhältnis, auf Tiebreaks und auf Handicap-Märkte anbieten; Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, kein eigener Markt. Was im Haupt­feld, im Doppel und im Mixed angeboten wird, hängt vom Spielplan ab; Märkte für untere Runden sind häufig nur am Tag des Spiels verfügbar.

Wie berechnet sich die Auszahlung einer Turniersieger-Wette aus Einsatz und Quote?

Die Auszahlung ist Einsatz × Quote, der Einsatz ist im Gewinn­fall enthalten. Wer 10 € auf 2,10 setzt, erhält bei Gewinn 21 € zurück, der Nettogewinn sind 11 €. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Glieder. Die Quote enthält die Marge des Anbieters; was das für die mittlere Auszahlung bedeutet, steht im Abschnitt zur Marge.

Welche Live-Wetten sind während eines Matches erlaubt, und warum gibt es keine Wetten auf den nächsten Punkt?

Während eines laufenden Spiels darf nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse gewettet werden, etwa den nächsten Satz im Tennis oder das nächste Tor im Fußball. Auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball darf nicht gewettet werden. Wer eine solche Wette sieht, sieht ein Angebot, das nach deutschem Recht nicht erlaubt wäre; ob der Anbieter es anbietet, ändert nichts an der Zulässigkeit.

Wie wirkt sich der Sandplatz auf Prognosen aus, und was ist eine Value-Wette?

Sand verlangsamt den Ball, verlängert die Ballwechsel und macht Aufschläge weniger entscheidend; Sand­spezialisten gewinnen an Wert, reine Aufschlag­spieler verlieren. Eine Value-Wette ist eine Wette, deren Quote über der Wahrscheinlich­keit liegt, die der Tippende dem Ausgang zuschreibt; dauerhaft auf Value zu setzen heißt, die Marge des Buchmachers zu schlagen, was selten genug gelingt.

Wie wirken die Sportwettensteuer und das Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten rund um das Turnier?

Die Sportwettensteuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Tippenden, und beträgt rund 5,03 % des gezahlten Betrags; ob und wie sie durchgereicht wird, steht in den AGB des Anbieters. Das Einzahlungs­limit von 1.000 € pro Monat nach § 6c Abs. 1 GlüStV wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt; wer das Limit ausschöpft, kann nicht weiter einzahlen, auch wenn der Wettschein noch leer ist.

Inhalt erstellt vom Team «laenderspielwetten.com»